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Das Parlament – ein Stück Geschichte

Das Hohe Haus steht seit 1883 auf der Wiener Ringstraße. Zu dieser Zeit wurden am Ring viele große Prunkbauten errichtet. Das Burgtheater, die Oper, die Universität oder das Rathaus sind alle fast zur gleichen Zeit entstanden. Damals, vor 130 Jahren, war das Parlament eines der modernsten Gebäude der Stadt. Theophil Hansen, der dänische Architekt des Parlamentsgebäudes, hat großen Wert auf fortschrittliche Technik gelegt, und es hat über neun Jahre gedauert, bis alles fertig gebaut war.

Seit damals hat das Parlament bereits viele Veränderungen miterlebt und diese Veränderungen haben Spuren hinterlassen. Natürlich wurden im Laufe der Jahre auch die notwendigsten Reparaturarbeiten gemacht. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt und musste teilweise wieder neu aufgebaut werden. Da nach dem Krieg Baumaterial rar war und nicht viel Geld zur Verfügung stand, musste billiges und nicht sehr hochwertiges Material verwendet werden. Mittlerweile hält das Dach dem Regen und Schnee nicht mehr so gut stand. Das alte Holz ist bereits an vielen Stellen morsch und vom Keller bis zum Dachgeschoss machen sich größere und kleinere Schäden bemerkbar.

Aber auch viele andere Dinge haben sich seit damals verändert: Heute braucht jedes öffentliche Gebäude ein gutes Brandschutzsystem, damit die Menschen, die im Haus arbeiten, im Fall eines Feuers rasch in Sicherheit gebracht werden können. Menschen mit Behinderungen müssen uneingeschränkt die Möglichkeit haben überall hinzukommen. Modernste Technik kann ein Gebäude nicht nur mit genügend Energie versorgen, sie erleichtert auch die Arbeit der Menschen und ist zugleich umweltschonend.

Durch die geplanten Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen soll das alte Haus am Ring fit für die Zukunft gemacht werden. Es soll auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden, gesetzliche Vorschriften, die alle öffentlichen Gebäude erfüllen müssen, sollen umgesetzt werden und das ganze Haus soll freundlich für Besucherinnen und Besucher gestaltet werden, denn schließlich soll das Parlament ein Haus des Volkes sein.

Es gibt also viel zu tun, aber was genau muss alles repariert, neu gestaltet und verändert werden?

Wie lange „lebt“ ein Haus?

Die Lebensdauer eines Einfamilienhauses beträgt in etwa 80 Jahre. So gesehen hat das Parlament ein durchschnittliches Einfamilienhaus schon um 50 Jahre „überlebt“, denn eine Generalsanierung gab es bisher noch nicht.

Die Bronzestatuen am Dach – die so genannten Quadrigen – sind beinahe so berühmt, wie das Parlament selbst. Sie stellen die Siegesgöttin Nike auf einem Streitwagen mit vier Pferden dar. Im Laufe der Jahre haben ihnen Wind und Wetter aber so zugesetzt, dass man sie nicht einmal mehr zur Reparatur bringen konnte. So musste die Werkstatt zu ihnen kommen und man hat kurzerhand ein Haus auf das Dach des Parlaments gesetzt, in dem die Statuen wieder flott gemacht wurden.

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gedruckt am: Samstag, 18. Mai 2013