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Geschichte und Architektur des Parlamentsgebäudes

130 Jahre ist das Parlamentsgebäude alt – und hat einiges an Geschichte(n) zu erzählen. 1869 gab Kaiser Franz Joseph den Auftrag, das damalige „Reichsratsgebäude“ zu bauen. Darin sollte die beiden damals bestehenden Kammern, das Abgeordnetenhaus und das Herrenhaus, Platz finden. 

Der Architekt Theophil Hansen wurde mit der Planung des Gebäudes beauftragt. Er orientierte sich beim Baustil an Vorbildern aus dem antiken Griechenland, das als „Wiege der Demokratie“ galt. Hansen legte in seiner Gestaltung großen Wert auf Details und Symbole: Die Statue der Pallas Athene am Brunnen vor dem Parlament steht für Weisheit, die benachbarten Figuren stehen für die Gewaltentrennung. Die vier Becken des Springbrunnens stellen die vier Hauptflüsse zu Zeiten der Monarchie dar, die Rossebändiger am Parlamentsplatz gelten als Symbol für die Bezähmung der Leidenschaft. Auch im Inneren gibt es jede Menge symbolischer Elemente, wie zum Beispiel die schlangenförmigen Türklinken, die für Klugheit und Erneuerung stehen.

Nach insgesamt neun Jahren Bauzeit fand 1883 die erste Sitzung des Abgeordnetenhauses statt, ein Jahr später folgte die erste Sitzung des Herrenhauses. Bis die letzten Arbeiten fertiggestellt wurden, dauerte es aber noch fast 30 Jahre. 

Nachgefragt: Was versteht man unter der „Autarkie“ des Parlamentsgebäudes?

Autarkie bedeutet, dass man sich selber versorgen kann und alles, was man braucht, selber herstellt.
Im Parlamentsgebäude gibt es eigene technische Einrichtungen wie Notstromaggregate, Notölheizung, aber auch eigene Fachkräfte, zum Beispiel ElektrikerInnen und SchlosserInnen. Deshalb könnte sich das Parlament in Krisen- und Kriegszeiten selber versorgen und wäre unabhängig von der Außenwelt.

Das 20. Jahrhundert hat jedoch Spuren am Parlamentsgebäude hinterlassen: Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude durch Bombentreffer schwer beschädigt. Teile der Säulenhalle und des Herrenhauses (des heutigen Nationalratssitzungssaals) wurden wieder neu aufgebaut. Allerdings konnten die Schäden damals nur unzureichend repariert werden, da wenig Geld zur Verfügung stand. Im Laufe der Jahre mussten immer wieder notwendige Reparaturarbeiten durchgeführt werden, im Jahr 2014 wurde entschieden, das Parlamentsgebäude zu sanieren.

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gedruckt am: Donnerstag, 22. Juni 2017