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Interview mit Nationalratspräsidentin Doris Bures

Bures Doris Nationalratspräsidentin © Parlamentsdirektion / Johannes Zinner

Doris Bures wurde im September 2014 zur Präsidentin des Nationalrats gewählt. Wir haben mit ihr, die ja als Nationalratspräsidentin auch als Bauherrin für die Sanierung des Parlamentsgebäudes fungiert, im Februar 2017 über die Gründe für die Sanierung, den geplanten Umzug und die Vorfreude auf das generalsanierte Parlamentsgebäude gesprochen. 

Wie würden Sie einem Kind in wenigen Sätzen erklären, warum das Parlament saniert werden muss?

Das Parlamentsgebäude ist schon sehr alt. Es wurde vor 130 Jahren gebaut. Wie jedes alte Gebäude weist es Schäden und Mängel auf. Zum Beispiel regnet es beim Dach herein. Dazu kommt, dass das Parlamentsgebäude technisch nicht auf dem neuesten Stand ist, etwa was den Brandschutz oder das Heizungs- und Lüftungssystem betrifft. Ganz wichtig ist, dass das sanierte Parlament barrierefrei sein wird, damit auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen das Haus jederzeit besuchen können.

Warum ist die Parlaments-Baustelle eine besondere Baustelle?

Das Parlament ist ein besonderes Haus. Es ist das Zentrum unserer Demokratie. Hier werden Entscheidungen getroffen, die für alle Österreicherinnen und Österreicher wichtig sind. Deshalb ist auch die Sanierung des Hauses von besonderer Bedeutung. Und zusätzlich ist es ein ganz einzigartiges und wertvolles Architekturjuwel, das wir für nächste Generationen erhalten müssen.

Wann beginnt der Umzug in die Hofburg bzw. die Pavillons und wie lange dauert er?

Im Juli 2017 findet die letzte Sitzung statt. Danach werden die Umzugskartons gepackt. Dann übersiedeln die Abgeordneten und hunderte MitarbeiterInnen in die Ausweichquartiere. Wenn alles nach Plan läuft, kann das Parlament im Sommer 2020 wieder in das sanierte Gebäude am Ring zurückkehren. 

Was bedeutet die Sanierung des Parlaments für PolitikerInnen und MitarbeiterInnen des Hauses?

Wie bei jeder Übersiedelung: Es muss sehr viel ausgemistet, eingepackt und wieder ausgepackt werden. Und alle müssen sich an die neue Umgebung erst einmal gewöhnen und lernen, wie der neue Arbeitsplatz funktioniert.  

Was ändert sich nach der Sanierung des Parlamentsgebäudes für BesucherInnen?

BesucherInnen werden künftig noch mehr Platz im Parlament haben. Über dem großen Plenarsitzungssaal wird es eine neue Glasgalerie geben, von der aus das Geschehen im Sitzungssaal mitverfolgt werden kann. Hier gibt es einen ersten 360-Grad-Eindruck.

Welche Anforderungen werden an das Parlamentsgebäude im 21. Jahrhundert gestellt?

Ein Parlament im 21. Jahrhundert muss für alle BürgerInnen – und insbesondere für junge Menschen – offen sein und das Interesse an Politik fördern. Natürlich soll das neue Parlament auch sicher, barrierefrei und umweltfreundlich sein. Wichtig für die nächsten Generationen ist, dass wir unsere Energie nicht verschwenden. Deswegen wird das neue Parlament sehr viel weniger Energie für Heizung und Kühlung verbrauchen als bisher.

Was ist Ihr größter Wunsch für das „erneuerte“ Parlament und worauf freuen Sie sich am meisten?

Das Parlament ist das Haus aller ÖsterreicherInnen. Ich freue mich daher sehr darauf, das sanierte Gebäude wieder für möglichst viele BesucherInnen öffnen zu können. 

Welche drei (persönlichen) Gegenstände werden Sie auf alle Fälle auch auf den neuen Schreibtisch / ins neue Büro mitnehmen?

Meinen Wasserkrug, die Geschäftsordnung des Nationalrates, die alle Regeln des Haues festhält, und meinen Bauhelm, den werde ich in den nächsten 3 Jahren öfters brauchen. 

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gedruckt am: Samstag, 24. Juni 2017