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Vom Keller bis zum Dach

WARUM wird saniert?

In so einem alten Gebäude wie dem Parlament gibt es natürlich einiges, was erneuert werden muss.
Wie in Kapitel 1 erwähnt gab es im Laufe der Jahre immer wieder Reparaturen und Neuerungen. 
Vor einigen Jahren wurde dann beschlossen, sich einen Überblick über die Schäden und Mängel im gesamten Parlamentsgebäude zu verschaffen.
 So ähnlich wie bei einem Arztbesuch, bei dem die Lungen abgehört werden und in Hals und Ohren geschaut wird, hat ein Team von SpezialistInnen das Parlament ganz genau untersucht. Vom Dachboden bis zum Keller wurden kleine Kameras durch die Rohrleitungen geschickt, um sich die Schäden genau ansehen zu können. Auch die Außenwände des Parlaments wurden untersucht, mithilfe einer Infrarotkamera wurden die undichten Stellen aufgespürt.

Es wurden zahlreiche Schäden in den Hausmauern, am Dachboden und im Keller gefunden. Außerdem ist das Gebäude technisch nicht auf dem neuesten Stand.
Nach diesem „Gebäude-Scan“ war also klar: Es ist an der Zeit, das Parlament vom Keller bis zum Dach gründlich zu sanieren!

  • Undicht und rostig

    Die Blechabdeckungen des Daches sind am Ende ihrer Lebensdauer. © Parlamentsdirektion / Mike Ranz

  • Die Balken ächzen

    Im Winter müssen sie die Last des Schnees tragen, im Sommer trocknen Luft und Sonne das Holz aus © Parlamentsdirektion / Mike Ranz

  • Undicht und feucht

    Das gesamte Mauerwerk ist durch Feuchtigkeit schwer beschädigt. © Parlamentsdirektion / Mike Ranz

  • Sprünge …

    © Parlamentsdirektion / Mike Ranz

  • Risse …

    © Parlamentsdirektion / Mike Ranz

  • … und Löcher

    © Parlamentsdirektion / Mike Ranz

  • Schimmelig und morsch

    Durch die Feuchtigkeit sind die Mauern schon recht morsch und schimmlig geworden. © Parlamentsdirektion / Mike Ranz

Die Fluchtwege werden vergrößert. © Parlamentsdirektion / Michael Buchner


Neue Gesetze – sicher und barrierefrei

Seit der Erbauung des Parlaments vor mehr als 130 Jahren haben sich die gesetzlichen Vorschriften geändert, die für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Menschen sorgen sollen. Damit bei einem Notfall nichts passiert und alle Menschen sicher das Gebäude verlassen können, müssen zum Beispiel überall Brandmelder eingebaut und die Fluchtwege vergrößert werden.

Im sanierten Parlamentsgebäude wird es vier neue Treppenhäuser geben, die als zusätzliche Fluchtwege dienen.

Im sanierten Nationalratssaal wird es mehr barrierefreie Plätze geben. © Parlamentsdirektion / Jabornegg&Pálffy_AXIS / ZOOM VP

Das neue Parlament soll außerdem barrierefrei werden, damit auch Menschen mit Behinderungen das Parlament besuchen können. Um allen Menschen einen uneingeschränkten Zugang zu ermöglichen, muss vieles verbessert werden. Die Toiletten und sonstigen sanitären Anlagen gehören dringend saniert, Türen müssen neu gemacht und Aufzüge vergrößert werden. 
Derzeit sind zum Beispiel im Nationalrats-Sitzungssaal Abgeordnete im Rollstuhl in die letzte Reihe „verbannt“. In Zukunft wird es barrierefreie Plätze im gesamten Plenum, von der ersten bis zur letzten Reihe geben.

Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sollen Wegmarkierungen in Brailleschrift angebracht werden, und TrägerInnen von Hörgeräten können an den Veranstaltungen und Sitzungen besser teilhaben, indem man so genannte Induktionsanlagen einbaut.


Über Barrierefreiheit im Hohen Haus kannst du hier mehr erfahren! 

Neue Technik – umweltfreundlich und sparsam

Das Haus braucht dringend eine gute Wärmedämmung, damit weniger Energie verbraucht wird und die Heizkosten gesenkt werden.
Im neu sanierten Parlamentsgebäude soll dank verbesserter Wärmedämmung, genauer Steuerung von Lufttechnik, Heizung und Kühlung etwa nur halb so viel Heizenergie wie derzeit verbraucht werden!

WAS wird saniert?

Vielleicht warst du selber schon mal im Parlamentsgebäude? Dann weißt du aus eigener Erfahrung, dass es ganz schön groß ist!

Zum Glück müssen nicht alle Räume umgestaltet werden, aber trotzdem ist die Sanierung eine richtig kniffelige Aufgabe! Zum Beispiel müssen die Rohrleitungen und die Kabel erneuert werden, und die betreffen natürlich das ganze Gebäude.
Die gesamten Sanierungsarbeiten werden circa drei Jahre lang dauern.

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gedruckt am: Montag, 21. August 2017