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Wer arbeitet wo im Parlament?

Gebäudeverwaltung

Das ist Herr Josef Andres. Er arbeitet seit über 21 Jahren im Parlament. Im Hintergrund auf dem Foto siehst du ein schönes Gemälde des Parlamentsgebäudes und genau darum dreht sich die Arbeit von Herrn Andres. Er arbeitet in der Gebäudeverwaltung und ist zuständig für die Instandhaltung des Parlamentsgebäudes. Natürlich ist er damit nicht allein, in der Gebäudeverwaltung arbeiten ungefähr 30 Personen und sie ist in verschiedene Dienste aufgegliedert. Dazu zählen unter anderem der Elektrotechnische Dienst, die Schlüsselverwaltung und die Telefonzentrale. 

Welche Aufgaben hat die Gebäudeverwaltung?

Die Gebäudeverwaltung macht im Wesentlichen Dinge, die man auch selbst bei einem Haus, das in die Jahre gekommen ist, machen würde. Sprich: Man erhält es, man hält es in Schuss, man repariert ist. Nachdem das Parlamentsgebäude bereits 125 Jahre alt und ein historisches Gebäude ist, muss man sich das in einer vielfachen Dimension eines gewöhnlichen Einfamilienhauses vorstellen. Darüber hinaus gehören zum Parlamentsgebäude auch mehrere Nebengebäude, die es auch zu erhalten und umzubauen gilt. Das passiert durch die einzelnen Abteilungen wie den Elektrodienst, den Hochbaudienst, den neuen Medien- und Sicherheitsdienst, aber auch für die Sicherheitsanlagen wie die Brandmeldeanlage oder Zutrittskontrollanlagen.

Baut die Gebäudeverwaltung selbst um?

Die Gebäudeverwaltung macht bei kleineren Umbauten und Adaptierungen die Planung selbst, bedient sich aber bei mittleren und großen Projekten der erforderlichen Planer, wie Architekten, Elektroplaner, Akustikplaner etc.

Welche Aufgaben haben Sie persönlich?

Meine Aufgaben umfassen die Projektleitung einzelner Projekte, außerdem bin ich die Ansprechperson für andere Abteilungen wie für die Veranstaltungsabteilung, die EDV-Abteilung, die Sicherheitsabteilung, die Öffentlichkeitsarbeit. Ich bin in den Projekten verantwortlich dafür, dass das Projekt Rücksicht nimmt auf den Denkmalschutz, dass Rücksicht genommen wird auf moderne Technologie, dass die entsprechenden Fachplaner eingesetzt werden, dass das koordiniert wird mit der begleitenden Kontrolle, dass Termine, Zeiten und Kosten eingehalten werden.

Ist das Gold auf den Kaminen des Parlaments echt?

Ein ganz besonderes, aber auch ein sehr, sehr schönes Projekt war die Sanierung der historischen Kamine, speziell der Kaminaufsätze. Die sind fast 6 Meter hoch und 10 Tonnen schwer, und wurden von der Frau Mag. Krebs akribisch genau untersucht und im originalen Zustand wieder hergerichtet, restauriert. Jetzt werden sich viele fragen: Na, musste da unbedingt Gold verwendet werden? Darauf kann ich nur antworten, wir wollten es ursprünglich anstreichen, haben aber alternativ auch eine Blattvergoldung ausgeschrieben, und es hat sich dann derart dargestellt: Der Anstrich würde in etwa 7-10 Jahre halten, eine Vergoldung ca. 20 Jahre, aber die Kosten der Vergoldung waren noch um einiges günstiger. Jeder wird sich fragen, na, trotz der vielen Kilos, die da verwendet worden sind? Da kann ich nur sagen, es sind pro Kamin 300 Gramm Doppelblattgold.

Was ist der größte Raum im Parlamentsgebäude?

Der größte Raum des Parlamentsgebäudes ist die Säulenhalle. Sie ist ca. 24 mal 41 Meter groß, und beträgt 940 Quadratmeter, und ist somit in etwa die Hälfte eines kleinen Fußballfeldes. In Wohnungen umgerechnet würde man ca. 30 Wohneinheiten zu ca. 80 bis 90 Quadratmeter unterbringen.

Warum wurde die Säulenhalle so groß geplant und gebaut?

Die Säulenhalle des Parlamentsgebäudes wurde vom Architekten Theophil Hansen als Begegnungsstätte der beiden Sitzungssäle des Abgeordnetenhauses und des Herrenhauses gewählt. Diese Säulenhalle wurde einem umgekehrten Tempel nachempfunden, das heißt die Säulen stehen innerhalb der Mauern. Insgesamt gibt es 24 korinthische Säulen, diese sind aus einem einzigen Stück und wiegen ca. 17 Tonnen. Die Säulen stammen aus dem Salzburger Steinbruch in Adnet. Jede einzelne Säule wurde von einem Pferdegespann mit 24 Pferden nach Wien gezogen.

Warum steht ein Haus auf dem Parlamentsdach?

Untersuchungen mit dem Bundesdenkmalamt und RestauratorInnen haben einen ganz, ganz schlechten Zustand dieser Quadrigen ergeben, wo man befürchten musste, wenn man diese Siegesgöttin Nike mit ihrem Pferdegespann herunterhebt, dass sie komplett zerbricht. Es waren nämlich sehr viele Verbindungsbolzen und -schrauben fast bis auf null zusammenkorrodiert. Aus diesem Grund musste man vor Ort ein Häuschen schaffen, das rund um diese große Bronzefigur Platz schafft zum Zerlegen und auch in der Höhe zum Abheben. 

Was wäre, wenn es die Abteilung nicht gäbe?

Also ich könnte mir zunächst gar nicht vorstellen, dass es eine technische Gebäudeverwaltung nicht gäbe. Aber trotzdem kann man davon ausgehen, dass es so viele technische Rädchen in diesem Hause gibt, dass immer wieder eines stehen bleiben würde, und letzten Endes die parlamentarische Arbeit immer weniger werden würde und letztendlich eingestellt werden müsste.

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gedruckt am: Freitag, 13. September 2019