DemokratieWEBstatt.at

1914

  • 28.6.: Attentat von Sarajevo
  • 28.7.: „Serbien muss sterbien!“
  • 1–4.8.: Kriegserklärungen Deutschlands
  • 6–9.9.: Schlacht an der Marne

1915

  • 22.4.: Einsatz von Giftgas
  • 26.4.: Londoner Geheimvertrag
  • 7.5.: U-Boot-Krieg
  • 23.6.: Schlacht an der Marne

1916

  • 21.2.: Beginn der Schlacht um Verdun
  • 1.7.–25.11.: Schlacht an der Somme
  • 7.9.: Wer steuert den Krieg?
  • 21.11.: Tod von Kaiser Franz Joseph I.

1917

  • Jänner: Steckrübenwinter
  • 8.3.: Beginn der Februarrevolution
  • 6.4.: Kriegseintritt der USA
  • 7.11.: Oktoberrevolution in Russland

1918

  • 8.1.: 14 Punkte für den Frieden
  • 21.3.: Operation Michael
  • 26.6.: Scheitern an der Piave
  • 27.10.: Friedensangebote
  • 9.11.: Der deutsche Kaiser dankt ab
  • 11.11.: Waffenstillstand bei Compiègne

Das Jahr 1914

Das österreichische Thronfolgerpaar Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie beim Verlassen des Rathauses in Sarajevo knapp vor dem Attentat. © Österreichische Nationalbibliothek

28. Juni: Attentat von Sarajevo

Der Thronfolger Österreich-Ungarns Franz Ferdinand und seine Frau werden in Sarajevo von dem serbischen Nationalisten Gavrilo Princip erschossen. In den folgenden Wochen weitet sich der Konflikt zwischen Serbien und der österreichisch-ungarischen Monarchie zu einer europäischen Krise.

28. Juli: „Serbien muss sterbien!“

Österreich-Ungarn erklärte Serbien den Krieg. Kurz zuvor hatte der deutsche Kaiser Österreich-Ungarn seine Unterstützung in diesem Konflikt zugesagt. Mit der so genannten „Blankovollmacht“ versprach Kaiser Wilhelm II. absolute Treue und Unterstützung und gab Österreich-Ungarn die notwendige Rückendeckung für ein Ultimatum an Serbien.

1. bis 4. August: Kriegserklärungen Deutschlands

Am 1. August 2014 erklärte das Deutsche Reich Russland den Krieg. Tags darauf startete die deutsche Heeresführung den Feldzug Richtung Westen und besetzte das neutrale Luxemburg. Am 3. August erklärte Deutschland Frankreich den Krieg. Erste deutsche Truppen überschritten die Grenze des neutralen Belgien. Das Ultimatum Englands, die Neutralität Belgiens zu achten, ließ Deutschland verstreichen. Damit befand sich auch England im Krieg mit dem Deutschen Reich.

6. bis 9. September: Schlacht an der Marne

In der Schlacht an der Marne (östlich von Paris) gelang es Frankreich und England, den deutschen Vormarsch Richtung Westen zu bremsen. Die militärische Auseinandersetzung wandelte sich von einem Bewegungs- zu einem Stellungskrieg. Die gegnerischen Truppen lagen sich monatelang in Schützengräben gegenüber, ohne einen Durchbruch zu erreichen. Geländegewinne von nur wenigen hundert Metern wurden mit tausenden toten Soldaten bezahlt.

Das Jahr 1915

Soldaten im Schützengraben an der Südwestfront (am Isonzo) schützen sich mit Gasmasken vor einem bevorstehenden Gasangriff © Österreichisches Staatsarchiv

22. April: Einsatz von Giftgas

Die deutsche Heeresführung setzte bei der Schlacht um Ypern in Belgien erstmals Giftgas ein. Nur kurze Zeit später erwiderten Großbritannien und Frankreich den Gaskrieg. Bei Ypern kamen 5.000 Soldaten ums Leben, 20.000 wurden kampfunfähig.

26. April: Londoner Geheimvertrag

Die Entente-Staaten (Russland, Frankreich, Großbritannien) schlossen mit Italien einen Geheimvertrag. Vor dem Krieg war Italien als Mitglied des Dreibundes mit Deutschland und Österreich-Ungarn verbündet. Nun aber stand Italien auf der Seite der Triple Entente und erklärte am 23. Mai Österreich-Ungarn den Krieg.

7. Mai: U-Boot-Krieg

Bereits im Februar des Jahres 1915 hatte sich der Krieg auf ein neues Schlachtfeld ausgebreitet. Deutschland und Großbritannien bekämpften sich nun auch zur See. Am 7. Mai versenkte ein deutsches U-Boot den britischen Passagierdampfer „Lusitania“. 1.200 Menschen starben, darunter 139 BürgerInnen der USA. Als Deutschland auf die britische Seeblockade auch mit Angriffen auf unbewaffnete Handelsschiffe neutraler Staaten reagierte, erklärten die USA am 6. April 1917 Deutschland den Krieg.

23. Juni: Erste Isonzo-Schlacht

Zu den Fronten im Westen und im Osten war mit dem Kriegseintritt Italiens noch eine „Südfront“ hinzugekommen. In der Gebirgsregion am Fluss Isonzo, im heutigen Slowenien, standen den Streitkräften Österreich-Ungarns italienische Truppen gegenüber. Die insgesamt zwölf erbittert geführten Schlachten forderten zahlreiche Verwundete und Tote.

Das Jahr 1916

Aufbahrung Kaiser Franz Josephs I. © Österreichische Nationalbibliothek

21.2.: Beginn der Schlacht um Verdun (Deutschland gegen Frankreich)

In Verdun, einem kleinen Ort in Frankreich, kämpften deutsche und französische Truppen fast ein Jahr lang erbittert gegeneinander, ohne kriegsentscheidende Ergebnisse zu erzielen.
Die Festungsanlage von Verdun hatte für die französische Bevölkerung großen symbolischen Wert. Sie galt als Bollwerk gegen Angriffe aus dem Osten. Hier wollte die deutsche Heeresführung Frankreich mit einem Großangriff schlagen. Am Ende der Schlacht von Verdun im Dezember 1916 waren 700.000 Männer, Franzosen wie Deutsche, tot.

1.7.–25.11.: Schlacht an der Somme (Deutschland gegen Frankreich und Großbritannien)

Die Kämpfe an der Somme gelten, wie die bei Verdun, als die großen Materialschlachten des Ersten Weltkriegs. Maschinengewehre, schwere Geschütze, Granaten, Minen und Bomben – bei den Kampfhandlungen wurden noch nie dagewesene Mengen an Kriegsmaterial eingesetzt.

7. September: Wer steuert den Krieg?

Österreich-Ungarn stimmte der „Gemeinsamen Obersten Kriegsleitung“ unter der Führung des deutschen Kaisers zu. Es verzichtete damit auf einen Teil seiner Souveränität (Eigenständigkeit und Unabhängikgeit) und überließ die Ausübung der obersten Entscheidungen dem Deutschen Reich.

21. November: Tod von Kaiser Franz Joseph I.

Mitten im Krieg starb Kaiser Franz Joseph I. im Schloss Schönbrunn. 68 Jahre lang hatte der Monarch den Vielvölkerstaat regiert. Viele seiner Untertanen hatten in ihm einen „Landesvater“ gesehen, dessen Tod als großer Verlust für die Monarchie wahrgenommen wurde. Karl I., der Großneffe Franz Josephs, folgte ihm auf dem Thron nach.

Das Jahr 1917

An der Ostfront: Hungernde Kinder werden mit Küchenresten versorgt. © Österreichisches Staatsarchiv

Jänner: Steckrübenwinter

Im Winter 1916/1917 litten die Bevölkerungen von Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich unter einer großen Hungersnot. Keines der am Krieg beteiligten Länder war auf einen langen Krieg vorbereitet und so waren die knappen Lebensmittelvorräte rasch verbraucht.

8. März: Beginn der Februarrevolution

Auch in Russland bekam die Bevölkerung die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs zu spüren: Die Wirtschaft steckte in einer tiefen Krise, es fehlte an fast allem. Hunger, Krankheit und Kriegselend trieb die Menschen auf die Barrikaden. Mit einem Aufstand von Arbeiterinnen und Arbeitern in Petrograd begann am 8. März die sogenannte Februarrevolution (= 23. Februar nach dortigem, julianischem Kalender). Sie beendete die Zarenherrschaft in Russland. Zar Nikolaus II. dankte am 14. März ab. Revolutionäre und Abgeordnete des russischen Parlaments gründeten einen neuen Staat mit einer provisorischen Regierung.

6. April: Kriegseintritt der USA

Die USA, zu Beginn des Krieges noch neutral, erklärten Deutschland den Krieg. Die Kriegserklärung an Österreich-Ungarn erfolgte acht Monate später.

7. November: Oktoberrevolution in Russland

Der provisorischen Regierung in Russland gelang es nicht, die Forderungen der Bevölkerung nach Frieden und ausreichender Versorgung mit Lebensmitteln zu erfüllen. Die Bolschewiki, eine Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands, nutzen dies, um im Oktober 1917 eine neuerliche Revolution zu initiieren und die vorläufige Regierung zu stürzen. Am 15. Dezember schloss der Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin einen Waffenstillstand mit dem Deutschen Reich. Drei Monate später, am 3. März 1918, unterzeichneten Russland, das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn den Friedensvertrag von Brest-Litowsk.

Das Jahr 1918

Heimkehrende Soldaten © Österreichisches Staatsarchiv

8. Jänner: 14 Punkte für den Frieden

„Endlich Frieden in Europa!“, mit diesem Ziel stellte US-Präsident Thomas Woodrow Wilson am 8. Jänner 1918 ein 14-Punkte-Programm vor: Selbstbestimmung und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Völker, die Abrüstung aller Staaten, uneingeschränkte Schifffahrt auf allen Meeren, öffentlich geschlossene Friedensverträge und vieles andere waren darin vorgesehen.
In den Friedensverhandlungen nach Ende des Kriegs beriefen sich die USA auf dieses Programm. Besonderen Wert legten sie auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker.

21.3. Operation Michael

Unter dem Decknamen „Michael“ begann Deutschland einen letzten großen Angriff im Westen. Kurzfristig bedrohten deutsche Truppen Paris. In Ypern, Verdun und an der Somme fanden erneut Kämpfe statt. Aber die Soldaten waren kriegsmüde. Ihre Ausrüstung war schlecht, ebenso die Versorgung. Die Mittelmächte bekamen die geballte Stärke der gegnerischen Armeen zu spüren, zu denen nun auch die gut gerüsteten und motivierten US-Truppen zählten. Anfang August brach die Westfront zusammen. Die Niederlage Deutschlands war besiegelt.

26. Juni: Scheitern an der Piave

Die Armee Österreich-Ungarns traf das gleiche Schicksal wie die Truppen des deutschen Kaiserreichs. Versorgungsengpässe und Materialmangel schwächten die Truppen, immer mehr Soldaten verweigerten den Befehl und flüchteten. Ende des Sommers 1918 waren 230.000 Mann „fahnenflüchtig“. Der letzte österreichisch-ungarische Angriff an der Piave-Mündung in Italien scheiterte. Die Donau-Monarchie stand vor dem Zerfall.

27. Oktober: Friedensangebote

Angesichts der Niederlagen an der Südfront, der Auflösungserscheinungen der österreichisch-ungarischen Armee und des beginnenden Zerfalls der Monarchie bat Kaiser Karl I. die Entente-Staaten um einen Waffenstillstand. Der Vertrag wurde am 3. November 1918 in der Villa Giusti bei Padua zwischen Österreich-Ungarn und der Entente bzw. Italien unterzeichnet. Der Waffenstillstand galt auch für die anderen Fronten, an denen die Armee Österreichs-Ungarns im Einsatz war.

9. November: Der deutsche Kaiser dankt ab

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. verzichtete auf den Thron und setzte sich einen Tag später in die Niederlande ab. In der deutschen Hauptstadt Berlin wurde die Republik ausgerufen.

11. November: Waffenstillstand bei Compiègne

Am 11. November 1918 schlossen das Deutsche Reich, Frankreich und Großbritannien Waffenstillstand. Der Vertrag wurde in einem Eisenbahn-Salonwagen östlich des nordfranzösischen Compiègne auf einer Waldlichtung unterzeichnet. Die Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs waren endlich beendet.

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-100-jahre-erster-weltkrieg/im-kriegsverlauf/
gedruckt am: Freitag, 20. Oktober 2017