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Interview mit Bildungsministerin Sonja Hammerschmid

Sonja Hammerschmid wurde am 18. Mai 2016 als Bundesministerin für Bildung angelobt. Zuvor war sie Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Die DemokratieWEBstatt hat mit ihr im Juni 2016 über Erinnerungen an ihre Schulzeit, lebenslanges Lernen und die Schule der Zukunft gesprochen.

Was sind die schönsten Erinnerungen, die Sie mit Ihrer Schulzeit verbinden?

Ich hatte das Glück, wirklich motivierte Lehrerinnen und Lehrer zu haben, die mich gefordert und gefördert haben. Ich bin sehr gerne zur Schule gegangen.

Welche Faktoren haben für Sie den größten Einfluss auf die Bildung eines Menschen?

Für mich ist die individuelle Förderung ausschlaggebend, gerade im Bereich der Sprachkompetenz. Ohne die notwendigen Sprachkenntnisse können die Schülerinnen und Schüler dem Unterricht nicht entsprechend folgen. Deswegen freue ich mich darüber, dass wir mit dem nächsten Schuljahr wieder mehr Mittel für die Sprachförderung zur Verfügung haben.

Wie kann politische Bildung Ihrer Meinung nach an Jugendliche vermittelt werden?

Ab nächstem Schuljahr (Schuljahr 2016/2017, Anm.) ist Politische Bildung ab der 6. Schulstufe verpflichtend im Lehrplan verankert. Jugendliche dürfen ab 16 wählen, dazu braucht es natürlich auch das nötige Basiswissen. Schülerinnen und Schüler müssen lernen, politische Inhalte einzuordnen. Ich bin mir sicher, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer die Inhalte spannend aufbereiten werden.

Was verstehen Sie unter „lebenslangem Lernen“?

Je mehr Fähigkeiten und Ausbildungen man hat, desto besser und vielfältiger ist man am Arbeitsmarkt einsetzbar. Weiterbildungen sind essentiell, da sich die Arbeitsplatzbedingungen (z.B. durch die Digitalisierung) verändern.

Welche Rolle sollen digitale Medien Ihrer Meinung nach in der Vermittlung von Bildung und Wissen einnehmen?

Der Einsatz digitaler Medien ist wünschenswert, dafür braucht es allerdings auch das nötige Wissen, wie man mit diesen neuen Medien umgeht. Die Vermittlung eines verantwortungsbewussten Umgangs ist unumgänglich.

In einem Satz: Wie sollte die Schule der Zukunft Ihrer Meinung nach aussehen?

Es braucht dringend ein flächendeckendes ganztägiges Schulangebot. Ich finde eine sogenannte „verschränkte“ Ganztagsschule optimal, wo sich Phasen aus lernen, spielen und sozialen Interaktionen abwechseln.

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gedruckt am: Montag, 18. Dezember 2017