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Vorbereitungen auf den Krieg

1935 führte Deutschland die allgemeine Wehrpflicht für Männer wieder ein, obwohl dies gegen den Vertrag von Versailles verstieß. Ab 1936 wurde die Wirtschaft größtenteils auf Waffenproduktion umgestellt und die Armee massiv aufgerüstet. Dadurch verschuldete sich Deutschland so stark, dass es im Jahr 1939 praktisch zahlungsunfähig war. 

Massenanfertigung von Sturmgeschützen © ÖNB
Hitler im Saarland © ÖNB

Innenpolitische Machtsicherung 

Um ihre Macht im Inneren zu festigen, setzten Hitler und die NSDAP auf massive Propaganda und uniformierte Verbände. Dazu gehörten zum Beispiel die Schutzstaffel (SS) und die Sturmabteilung (SA). Als die SA, deren Mitgliederzahl rasch gewachsen war, den Führungsanspruch stellte und sie die Macht Hitlers bedrohte, ließ Hitler die Führungsspitze der SA um Ernst Röhm 1934 ermorden („Röhm-Putsch“). Er ließ die Reichswehr weiter aufrüsten, die SS wurde zu einem wichtigen Machtinstrument. 

Austritt aus dem Völkerbund und Saarland-Abstimmung

Eine der ersten außenpolitischen Handlungen Hitlers 1933 war der Austritt aus dem Völkerbund. Ein Grund dafür war, dass Hitler militärisch aufrüsten wollte. Das war innerhalb des Völkerbundes nicht möglich. 
Außenpolitisch erreichte Hitler ein erstes Ziel: Das Saarland, das seit dem Ende des Ersten Weltkrieges dem Völkerbund unterstand, schloss sich 1935 nach einer Volksabstimmung Deutschland an. Die Volksabstimmung war von der nationalsozialistischen Propaganda massiv beeinflusst worden. 

Einmarsch im Rheinland und deutsche Bündnispolitik

Im März 1936 marschierte die deutsche Wehrmacht im Rheinland ein. Damit verschob Deutschland seine Westgrenze und brach den Vertrag von Versailles ein weiteres Mal. Frankreich und Großbritannien hielten sich militärisch zurück und ließen Hitler gewähren. Deutschland schloss wenig später ein Abkommen mit Italien („Achse Berlin-Rom“) und einen Pakt zur Bekämpfung des Kommunismus mit Japan ab („Antikomintern“). Diesem Pakt trat später auch Italien bei. 

Die Annexion Österreichs 

Hitler versuchte weiterhin, das deutsche Territorium auszuweiten. Im März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein. Kurz darauf wurde Österreich annektiert. Die Annexion Österreichs brachte für das nationalsozialistische Deutschland bedeutende wirtschaftliche Vorteile: Die Gold- und Devisenreserven der Oesterreichischen Nationalbank wurden nach Berlin gebracht. Es entstanden Betriebe, die für die deutsche Kriegsindustrie eine wichtige Rolle spielen sollten, zum Beispiel die „Hermann-Göring-Werke“ (heutige VÖEST) in Linz oder die Wiener Neustädter Flugzeugwerke. Mehr über die wirtschaftlichen Folgen der Annexion findest du im Thema „Gedenken 1938 – Annexion Österreichs“.

Annexion der „Sudetengebiete“

Nach der Annexion Österreichs wollte Hitler jenen Teil der Tschechoslowakei an Deutschland anschließen, der mehrheitlich von einer deutschsprachigen Minderheit bewohnt war („Sudetengebiete“). Hitler drohte mit dem Einmarsch und einer Besetzung dieser Gebiete. Um einen Krieg zu vermeiden, stimmten Großbritannien und Frankreich zu, dass dieser Teil der Tschechoslowakei an Deutschland abgetreten wird („Münchner Abkommen“).

Deutsche Truppen werden beim Einmarsch ins Rheinland begrüßt.
Einmarschierende deutsche Truppen in Polen.

„Nachgefragt“: Was bedeutet „Appeasement-Politik“?

Darunter versteht man die Strategie im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges (z.B. seitens Großbritanniens), durch politische Zurückhaltung und Zugeständnisse an das nationalsozialistische Deutschland einen Krieg zu verhindern. 

Besetzung der Tschechoslowakei und Angriff auf Polen

Die Annexion Österreichs und Teilen der Tschechoslowakei waren die ersten Schritte der Expansionspolitik des nationalsozialistischen Deutschen Reichs. Im März 1939 besetzten deutsche Truppen auch das restliche tschechoslowakische Staatsgebiet. Damit wurde klar, dass die „Appeasement-Politik“ Großbritanniens und Frankreichs gescheitert war. 

Trotz eines Nichtangriffspaktes zwischen Deutschland und Polen plante Hitler einen baldigen Angriff. Er wollte das deutsche Territorium weiter nach Osten ausweiten. Beim Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages („Hitler-Stalin-Pakt“) wurde die Aufteilung Polens zwischen den beiden Staaten beschlossen. Wenig später, am 1. September 1939, begann der deutsche Einmarsch in Polen.

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gedruckt am: Montag, 30. September 2019