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Was bedeutet Familie für Nationalratsabgeordnete?

Wir haben Nationalratsabgeordnete gefragt und diese Antworten bekommen:

Ursula Haubner (BZÖ-Familiensprecherin)

Was hat Familie für Sie als Kind bedeutet?
Familie war für mich immer das Gefühl daheim zu sein, von Menschen umgeben, die mir zugehört haben, mich manchmal getröstet haben. Ich erinnere mich, dass wir viele fröhliche Stunden miteinander verbracht haben. Meine Eltern haben meinem Bruder und mir nicht nur viel Liebe sondern auch Chancen für ein selbständiges Leben gegeben.

Welche Rolle spielt Familie für Sie heute?
Eine sehr wichtige! Ich habe zwei erwachsene Töchter und fünf (bald sechs) Enkelkinder, die in Wien leben. Obwohl wir nicht täglich beisammen sind, freuen wir uns auf gemeinsame Familienfeiern, wie jetzt wieder Weihnachten! Wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können, nicht nur in guten, sondern auch in schwierigen Zeiten! Ich bin stolz eine so großartige „selbstbewusste“ Familie zu haben.

Gabriele Binder-Maier (SPÖ-Familiensprecherin)

Was hat Familie für Sie als Kind bedeutet?
Als Kind konnte ich darauf vertrauen, dass ich in meiner Familie absoluten Rückhalt, Unterstützung und uneingeschränkte Liebe und Zuwendung finde und erhalte.
Da  ich mir der Liebe und der Unterstützung meiner Familie sicher sein konnte, war ich auch neugierig auf die Welt und das Leben außerhalb meiner Familie und hab mich getraut, mich auch selbstständig auf Entdeckungsreisen zu begeben.

Welche Rolle spielt Familie für Sie heute?

Heute lebe ich in einer bunt zusammengewürfelten Großfamilie, die füreinander da ist, die sich respektiert und die liebgewordene Traditionen, wie zum Beispiel gemeinsame Feste, hegt und pflegt.
Familie, das sind für mich Menschen, die man liebt, für die man da ist und die  diese Liebe und diese Fürsorge zurückgeben.

Daniela Musiol (Die Grünen-Familiensprecherin)

Was hat Familie für Sie als Kind bedeutet?
Meine Familie bestand aus meinen Eltern, meiner älteren Schwester, meinen Großeltern und zahlreichen anderen Verwandten. Meine Familie war und ist für mich der Platz, wo ich mit meinen Stärken und Schwächen so akzeptiert wurde wie ich bin, wo ich freudig, lustig, traurig aber auch wütend sein konnte. Dort habe ich streiten und versöhnen gelernt. Das sind die Menschen, auf die ich mich immer verlassen kann. 

Welche Rolle spielt Familie für Sie heute?
Als Familiensprecherin der Grünen beschäftige ich mich heute nicht mehr nur mit meiner eigenen Familie - die aus meinem 16jährigen Sohn, aber natürlich auch meinen Eltern, meiner Schwester und deren Familie besteht, sondern versuche zu erkennen, wo Familien, die in Österreich leben, Unterstützung brauchen und aufgrund von Gesetzen mit Problemen konfrontiert sind.
Dass kein Kind und keine Familie in Armut leben muss, ist mir dabei ein besonderes Anliegen. Leider leben derzeit viel zu viele Kinder und Jugendliche in Österreich in Armut.
Ich finde es aber auch wichtig, deutlich zu machen, dass Familienleben heute sehr vielfältig aussehen kann. Neben traditionellen Vater-Mutter-Kind Familien leben viele Kinder bei nur einem Elternteil oder in Patchworkfamilien oder bei gleichgeschlechtlichen Eltern.

Ridi Steibl (ÖVP-Familiensprecherin)

Was hat Familie für Sie als Kind bedeutet?
Familie war für mich als Kind etwas so Selbstverständliches, ein vorgegebenes "Umfeld", in dem Kinder aufwachsen. Das heißt in meiner Kindheit - vor 50 Jahren - kannte ich nur Vater, Mutter, Kinder, Großeltern, Tante und Onkel in einem Haus!

Welche Rolle spielt Familie für Sie heute?
Heute bedeutet mir Familie noch immer sehr viel und ist mein "Daheim", wo ich geschützt vor der Hektik des Alltages mit meinem Mann (und zeitweise auch meiner Tochter, die aber schon auf eigenen Beinen steht und in Graz wohnt, uns aber so oft wie möglich besuchen kommt) leben kann.
Familie ist heute einfach "bunter" als vor 50 Jahren, mit sogenannten Patchworkfamilien, wo Mama und Papa schon Kinder in eine neue Beziehung und somit eine neue, große Familie mitbringen, oder alleinerziehenden Müttern und Vätern. Viele Familien haben auch  "nur mehr" ein Kind, früher waren es meistens viele Geschwister und auch die Großeltern haben - wie auch bei mir daheim - mit im Haushalt gewohnt.
Aber was wirklich zählt, sind damals wie heute die selben Dinge: ZUSAMMENHALTEN, FÜREINANDER DASEIN und SICH AUFEINANDER VERLASSEN KÖNNEN!

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gedruckt am: Donnerstag, 23. November 2017