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Ausbeutung von Menschen

Unsichtbare Ungerechtigkeiten

Durch den internationalen Handel und die zunehmenden Grenzöffnungen gibt es mittlerweile eine Vielzahl von „ähnlichen“ Produkten in den Regalen. Jede Firma wirbt für die Besonderheit ihres Produkts, aber letztendlich entscheidet der Preis: Je billiger das Angebot, umso besser für den Verkauf. Um die Waren möglichst billig herzustellen, wird vor allem bei den Löhnen für die ArbeiterInnen und bei der Bezahlung für die Rohstoffe gespart. Wir finden die Waren bei uns mit schicken Logos und ansprechender Bewerbung preisgünstig in den Regalen. Aber was wir dabei nicht sehen, sind die teilweise unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Waren hergestellt wurden, und wie wenig Geld die LieferantInnen der Rohstoffe dafür bekamen.

Viele Stunden Arbeit für geringsten Lohn – auch für Kinder

Immer wieder lesen oder hören wir davon, dass in „Billigproduktionsländern“ Erwachsene und Kinder in Baracken oder Fabriken stundenlang um geringsten Lohn für Waren arbeiten, die bei uns zu hohen Preisen verkauft werden. Diese Berichte sind wahrscheinlich keine Einzelfälle, aber es ist meistens sehr schwer, den Weg der Waren zurückzuverfolgen. Oft wollen die ArbeiterInnen auch keine Auskunft über ihre Lebensbedingungen geben, weil sie Angst haben, ihre Arbeit zu verlieren oder gar nicht wissen, für welche Firma sie eigentlich arbeiten. Die Internationale Arbeitsorganisation der UNO hat berechnet, dass 2012 ungefähr 168 Millionen Kinder weltweit Kinderarbeit verrichten mussten.

Billig herstellen – egal wo!

Firmen und Konzerne suchen sich für die Produktion bewusst Länder aus, die ärmer sind oder in denen man weniger Steuern zahlen muss, um Geld zu sparen. Sie errichten ihre Betriebe und Fabriken in diesen Ländern, weil sie den ArbeiterInnen oder der Regierung dort weniger zahlen müssen. Je mehr Arbeitsplätze in andere Länder verlegt werden, desto weniger Arbeitsplätze gibt es dadurch bei uns. Die steigende Arbeitslosigkeit ist also auch eine Schattenseite der Globalisierung.

Übermächtige Konzerne

Internationale Konzerne sind inzwischen so mächtig geworden, dass sie die Politik beeinflussen können. Sie nehmen viel Geld ein, zahlen eine Menge an Steuern, stellen Arbeitsplätze zur Verfügung und kontrollieren viele kleinere Firmen. Dadurch haben sie einen großen Anteil an der Wirtschaft eines Landes. Wenn sie Standorte ins Ausland verlagern oder Betriebe schließen, bedeutet das eine Gefährdung für die heimische Wirtschaft und kann als Druckmittel eingesetzt werden. Somit können sie ihre Macht auch dafür benutzen, um Gesetze oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.

Manche Konzerne haben die Produktion einer Ware weltweit fast gänzlich unter ihre Kontrolle gebracht. In so einer Situation spricht man von einem Monopol (griech. „monos“ = „allein“; „polein“ = „verkaufen“). Das bedeutet, dass der Konzern festlegen kann, wie viel von dieser Ware überhaupt verkauft wird und zu welchem Preis. Durch diese Macht können Konzerne weltweite Krisen und sogar Kriege auslösen.

Ausbeutung von Menschen © Frank Roeder / Clipdealer
Ausbeutung von Menschen © Frank Roeder / Clipdealer

Da nur wenige Länder über Erdöl-Vorkommen verfügen, haben diese Länder ein Monopol über Erdöl. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) kann somit den Preis von Erdöl weltweit beeinflussen. Durch diese Monopol-Stellung kam es 1973 und 1979/80 zu internationalen Ölkrisen, da einige OPEC-Länder aus politischen Gründen kein Erdöl mehr verkauften.

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gedruckt am: Freitag, 28. Juli 2017