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Massenproduktion

Globalisierung in der Produktion

Fließbandfertigung © rainerplendl / Clipdealer
Fließbandfertigung © rainerplendl / Clipdealer

Früher stellte ein Uhrmacher eine Uhr her, ein Schuster ein Paar Schuhe. Mit der Umstellung auf Massenproduktion wurde die Herstellung in mehrere Schritte aufgeteilt: Viele ArbeiterInnen stellen Teile des Produkts her, diese werden anschließend zusammengebaut, oft geschieht dies auf dem Fließband. Mit dem Ausbau der Transportwege wurden einzelne Schritte in unterschiedliche Länder oder andere Firmen ausgelagert. Das hat verschiedene Gründe:

  • In manchen Ländern sind Arbeitskräfte oder Rohstoffe leichter zugänglich bzw. billiger.
  • Manche Staaten unterstützen ausländische Firmen, weil sie Arbeitsplätze schaffen.
  • Manche Länder haben einen besseren Standort für den Handel als andere.
  • Oft ist es einfacher, das Wissen einer anderen Firma zu nutzen, als alles selbst zu entwickeln.
  • In vielen Ländern müssen weniger Steuern gezahlt werden.
  • Das Ziel der Massenproduktion ist es, möglichst viele Waren für möglichst wenig Geld zu erzeugen.

Einmal um die Welt für eine stonewashed Jeans

Jeans © kadmy / Clipdealer
Jeans © kadmy / Clipdealer

Ein gutes Beispiel für die moderne Massenproduktion ist unsere Kleidung. Nehmen wir als Beispiel eine Jeanshose und verfolgen wir die Reise vom Rohstoff bis zur fertigen Ware im Geschäft.

Rohstoff für die Jeans ist Baumwolle. Baumwolle für Jeans wird vorwiegend in Indien auf riesigen Feldern angebaut. Von dort wird sie nach China transportiert, da wird die Wolle zu Fäden versponnen. Weiter geht es nach Taiwan, wo die Fäden mit Farbe aus Deutschland blau gefärbt werden. Gewebt wird der Jeansstoff dann in Polen (oder anderen Ländern), das Innenfutter und die Zettel für die Waschhinweise kommen aus Frankreich oder Italien.

Nach Schnittmustern aus Europa werden auf den Philippinen alle Teile der Jeans zusammengenäht, nach Griechenland gebracht und dort mit Bimsstein behandelt, damit sie „stonewashed“ aussehen. Letzte Station ist Österreich, wo sie in Schaufenstern oder Regalen landen, um von uns gekauft zu werden.

Rechnet man die Reisewege zusammen, so kommen rund 39.000 Reisekilometer zusammen – das ist fast einmal rund um die Erde!

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gedruckt am: Donnerstag, 21. September 2017