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Interview mit Britischem Botschafter Leigh Turner

Leigh Turner © privat

Leigh Turner ist seit 2016 Britischer Botschafter in Österreich und zugleich Ständiger Vertreter Großbritanniens bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen in Wien.
Wir haben mit ihm im Juni 2017 über das Thema „Sprache(n) und Demokratie“ gesprochen.

Welche Rolle spielt Sprache in ihrem beruflichen Alltag als Botschafter?

Sprachen sind zentral für meine Arbeit.  Man kann eine völlig andere Ebene der Kommunikation mit Menschen erreichen, wenn man mit ihnen in ihrer Muttersprache spricht. In vielen Ländern ist Kommunikation ohne Kenntnis der Landessprache unmöglich, vor allem außerhalb der Hauptstadt.

Welchen Bezug haben Sie zur österreichischen Sprache? Was ist ihr Lieblingswort auf Österreichisch?

Deutsch habe ich das erste Mal in der Schule gelernt – das war in den 1970er Jahren. Ich hatte das Glück, oft auf Schulaustausch fahren zu dürfen. Diese haben jeweils drei Wochen gedauert, und in dieser Zeit habe ich ausschließlich Deutsch gesprochen. Ich habe in allen Sprachen immer Schwierigkeiten mit der Grammatik gehabt, aber das „Eintauchen in die Sprache“ funktioniert gut für mich. Seit ich in Österreich bin (1984-1987 und 2016 bis dato) habe ich mich für österreichische Dialekte interessiert. Nachsehen kann man das in meinem „Welcome Video“ und im Video, wo ich versuche, den Tiroler Dialekt zu lernen. 

Wie viele Sprachen sprechen Sie?

Bis zu sieben Sprachen, wenn man jene miteinbezieht, die etwas eingerostet sind wie Ukrainisch und Spanisch. Aber mein Französisch, Deutsch, Russisch, Türkisch und natürlich mein Englisch sind gar nicht so schlecht.

Wieso ist die englische Sprache international so bedeutsam? Wie finden Sie das?

Als die Welt im 18. und 19. Jahrhundert globaler wurde, war das Vereinigte Königreich eine große Seefahrer-Nation. Die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten von Amerika zusammen mit vielen anderen Ländern mit historischen britischen Verbindungen Englisch sprachen, zu dem Zeitpunkt als die Welt näher zusammenrückte, hat dazu beigetragen, Englisch als globale Sprache des Handels und der Kommunikation zu verankern.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Unterschiede zwischen der englischen und der österreichischen Sprache?

Englisch ist zunächst einfach zu lernen, wird jedoch danach schwieriger. Deutsch ist anfangs schwer zu lernen, dann wird es hingegen einfacher.

Welche Ausdrücke oder Redewendungen aus Ihrer Muttersprache kann man Ihrer Meinung nach nicht so richtig (ins Österreichische) übersetzen?

Hierzu empfehle ich diese berühmte „meme“ darüber, was die Briten sagen und was sie wirklich meinen!

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gedruckt am: Donnerstag, 24. August 2017