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Wie wurde Österreich zu einer Demokratie?

Eine Demokratie entsteht nicht über Nacht, sondern braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Das trifft auch auf Österreich zu. Das Land war 640 Jahre lang eine Monarchie bzw. Teil einer Monarchie. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde im Jahr 1918 eine demokratische Republik ausgerufen. Wie es dazu kam, erfährst du im folgenden Text und in der Timeline.

Bereits im Jahre 1848 kam es zum Aufstand gegen die Herrschaft der Habsburger. Die BürgerInnen verlangten eine Verfassung, viele Länder des Kaiserreiches forderten die Unabhängigkeit. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, Kaiser Franz Joseph I. regierte weiterhin als Alleinherrscher. Im Jahr 1867 wurde Österreich zur Doppelmonarchie, das Kaisertum wurde in das Königreich Ungarn und das Kaiserreich Österreich aufgeteilt. Die sogenannte Dezemberverfassung brachte mehr Rechte für die BürgerInnen und sollte die Macht des Kaisers einschränken. Die Kompetenzen des Reichsrats wurden gestärkt. Mehr zu den Vorboten der Ersten Republik erfährst du im Thema „100 Jahre Gründung der Republik“.

Seit 1861 gab es den Reichsrat als Parlament, der aus Abgeordnetenhaus und Herrenhaus bestand. Wählen durfte nur, wer aus einer höheren sozialen Schicht kam, viel Geld besaß und Steuern in einer bestimmten Höhe zahlte. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurden immer mehr Wählerklassen zugelassen, bis im Jahr 1907 das allgemeine, direkte und gleiche Männerwahlrecht eingeführt wurde. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Ausrufung der Ersten Republik wurde auch das allgemeine Frauenwahlrecht eingeführt. Mehr zur Entwicklung des Wahlrechts findest du in der Timeline des Themas „100 Jahre Gründung der Republik“.

Das Ende des Ersten Weltkriegs war in Österreich auch das Ende der Monarchie. Am 12. November 1918 wurde die Erste Republik ausgerufen. Am 1. Oktober 1920, beschloss die konstituierende Nationalversammlung das Bundes-Verfassungsgesetz. Dort wird festgehalten, dass Österreich eine demokratische Republik ist, in der das Recht vom Volk ausgeht. Mehr über die Entstehung der österreichischen Bundesverfassung erfährst du im Thema „Verfassung und Grundrechte“. 

Ab Mitte der 1920er Jahre verschärften sich die Spannungen in der österreichischen Politik und Gesellschaft. Im Jahr 1933 veränderte sich die politische Situation in Österreich: Bundeskanzler Engelbert Dollfuß schaltete den Nationalrat aus und rief einen autoritären Ständestaat aus. Mehr zum Ende der Ersten Republik erfährst du im Thema „100 Jahre Gründung der Republik

Am 11. März 1938 wurde die Annexion Österreichs an das Deutsche Reich vollzogen. Damit existierte der Staat Österreich nicht mehr. Wie es zu der Annexion kam, erfährst du im Thema „Gedenken 1938 – Annexion Österreichs“.

Am 27. April 1945 wurde Österreich als eigenständiger Staat wiedergegründet. Nach zehn Jahren unter alliierter Besatzung wurde im Jahr 1955 der Staatsvertrag unterzeichnet. Wie es dazu kam, erfährst du im Thema „60 Jahre Staatsvertrag“. 

Wichtige demokratiepolitische Ereignisse und Entwicklungen seit 1945 findest du in der Slideshow des Themas „100 Jahre Gründung der Republik“.

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gedruckt am: Mittwoch, 23. Oktober 2019