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Collectis Fund

Collecti liebt alte Schriften und Aufzeichnungen. Er kann stundenlang im Archiv des Parlaments stöbern, ohne dass es ihm zu langweilig wird. Diesmal hat er etwas ganz besonderes gefunden: die Mitschrift einer Sitzung des Abgeordnetenhauses aus dem Jahr 1861! Stell dir vor, damals hat noch nicht einmal deine Oma gelebt. Zu dieser Zeit wurde Österreich noch von einem Kaiser regiert und die Menschen zahlten nicht mit Euro, sondern mit Talern. Das Kaiserreich Österreich war sehr groß. Dazu gehörten Länder wie zum Beispiel Ungarn, Kroatien, Teile Italiens und Rumäniens sowie auch andere. Daher wurden im Abgeordnetenhaus auch viele verschiedene Sprachen gesprochen. Und es verstanden nicht alle Abgeordneten die Deutsche Sprache. Davon handelt auch das Protokoll, in dem steht:

Collecti hat alte Schriften aus der Zeit der Monarchie gefunden

 „Wow, 1907 saßen 516 Abgeordnete im Parlament, darunter waren Deutsche, Tschechen, Polen, Slowenen, Kroaten, Ruthenen, Rumänen und Italiener! Ruthenen sind übrigens Menschen aus der heutigen Ukraine. Das muss ein ganz schönes Sprachengewirr gewesen sein.“
Damals wurden zwar einige Abstimmungsformeln in die Hauptsprachen übersetzt und verlesen, die Sprache, in der Verhandlungen geführt wurden, war aber Deutsch. Die vielen Abgeordneten schlossen sich zu über 30 (!) Parteien zusammen. Willst du wissen, wie viele Parteien heute im Nationalrat sitzen?

Schau auf: Wer bestimmt in einer Demokratie?

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gedruckt am: Montag, 22. Juli 2019