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Holocaust

Anm. d. Red.: Ab Dezember 2019 findest du eine ausführlichere Darstellung des Holocaust als Schwerpunktthema auf den Seiten der DemokratieWEBstatt.

Der Massenmord an Juden und Jüdinnen durch das nationalsozialistische Regime wird als Holocaust oder Shoah bezeichnet.

1933 übernahmen in Deutschland die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler die Macht. Das nationalsozialistische Regime wollte die europäischen Juden und Jüdinnen „ausrotten“. Sie wurden als minderwertige „Untermenschen“ dargestellt. Die Lage der Juden und Jüdinnen in Deutschland verschlechterte sich in den kommenden Jahren zunehmend. Insbesondere nach den Novemberpogromen 1938 verließen zehntausende jüdische Menschen das Land.

Juden und Jüdinnen fliehen ins Ausland

Ab 1939 wurde es für Juden und Jüdinnen immer schwieriger, aus Deutschland auszuwandern. 1941 wurde ein Auswanderungsverbot erlassen. Bis dahin hatten etwa die Hälfte aller Juden und Jüdinnen, die 1933 in Deutschland gelebt hatten, das Land verlassen. Von über 200.000 jüdischen Menschen in Österreich waren rund 130.000 ins Ausland geflohen. 

Ghettoisierung und Verfolgung

Nach dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 begann die Verfolgung der polnischen Juden und Jüdinnen. Sie mussten in Ghettos leben und Zwangsarbeit verrichten. Juden und Jüdinnen wurden gezielt ermordet, ebenso wie andere Menschen, die nach der nationalsozialistischen Rassenideologie als „minderwertig“ galten (z. B. Roma und Sinti). Auch in den anderen europäischen Ländern, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs von der deutschen Armee erobert worden waren, begann die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.

Massaker und gezielte Ermordung

Mit dem Beginn des Kriegs gegen die Sowjetunion im Juni 1941 erreichte der nationalsozialistische Völkermord eine neue Stufe. Mit dem Vorrücken der deutschen Truppen nach Osten wurden Juden und Jüdinnen, Roma und Sinti in großer Anzahl gezielt ermordet. Bei einem der schlimmsten Massaker im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurden in der Schlucht Babi Jar bei Kiew innerhalb von 2 Tagen über 34.000 Juden und Jüdinnen umgebracht.

Fast 6 Millionen jüdische Todesopfer

In den Gaskammern der Vernichtungslager wurden 2,7 Millionen Juden und Jüdinnen ermordet. Davon starben rund 1,3 Millionen Menschen, darunter viele Juden und Jüdinnen, aber auch Roma und nicht-jüdische PolInnen, im Rahmen der „Aktion Reinhardt“. Insgesamt fielen 5,6 Millionen Juden und Jüdinnen dem Holocaust zum Opfer, darunter über zwei Millionen Kinder.

In den Konzentrations- und Vernichtungslagern wurden außer Juden und Jüdinnen auch Roma und Sinti, politische Gegner, Obdachlose, Behinderte, sogenannte „Asoziale“ und Kriegsgefangene getötet.

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gedruckt am: Montag, 30. September 2019