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Die Familienkonferenz

Situationen wie diese kennst du sicher auch: Mama ist genervt, weil sie den gesamten Haushalt wieder mal alleine erledigen muss. Papa ist sauer, weil schon wieder der Fernseher läuft und du kannst die ewigen Nörgeleien schon nicht mehr hören. Gespräche über diese Konflikte enden oft in einem riesigen Familienstreit.

Thomas Gordron ist ein Psychologe und hat ein Modell entwickelt, das dabei hilft Probleme in der Familie demokratisch zu lösen. Damit du mit solchen Situationen besser umgehen und deine Anliegen vertreten kannst, empfiehlt er eine Familienkonferenz.

Ganz wichtig sind dabei zwei Richtlinien, die alle beachten sollen:

  • Ich-Botschaften statt Du-Sätzen: Versuche immer von dir selbst zu sprechen, anstatt dem Anderen einen Vorwurf zu machen. Durch Vorwürfe bekommt man das Gefühl, sich verteidigen zu müssen und kann gar nicht mehr versuchen jemand anderen zu verstehen. „Du bist immer so gemein!“ ist ein Du-Satz, der bei der Lösung eines Problems nicht so besonders hilfreich ist. Eine Ich-Botschaft ist sehr offen und ehrlich und wird meist auch besser verstanden, zum Beispiel: „Es kränkt mich, wenn du das sagst.“
  • Zuhören: So wie du verstanden werden willst, will es auch der Andere! Bemühe dich daher, dem Anderen auch gut zuzuhören und zu versuchen, ihn wirklich zu verstehen.

Für die Familienkonferenz legt ihr als Familie am besten gemeinsam einen regelmäßigen Termin fest, zum Beispiel einmal in der Woche oder einmal im Monat. Dieser Termin soll im Kalender oder an einer Pinnwand für alle gut sichtbar eingetragen werden.

Vor der Konferenz werden die Tagesordnungspunkte gesammelt. Dazu kann man zum Beispiel ein Blatt Papier neben den Kalender hängen, auf dem jeder die Themen oder Probleme aufschreiben kann, die er bei der nächsten Konferenz gerne besprechen möchte. Thema für die Konferenz kann so ziemlich alles sein, was eine Familie eben beschäftigt: sei es die Verteilung der Hausarbeit, die Höhe des Taschengeldes, das Erledigen von Hausaufgaben oder die Planung des nächsten Ausfluges.

Wichtig ist, dass alle Familienmitglieder bei der Konferenz auch zu Wort kommen und gehört werden und dass alle Meinungen gleich ernst genommen werden. Jeder beteiligt sich an der Suche nach Lösungen und alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen!

Probier es mal aus und berufe in deiner Familie eine Familienkonferenz ein!

Tipp:

Mit Hilfe der Familienkonferenz kannst du nicht nur Probleme in der Familie lösen. Du kannst es auch mit deinen FreundInnen und KlassenkollegInnen ausprobieren.

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-familie-und-demokratie/die-familienkonferenz/
gedruckt am: Samstag, 21. Oktober 2017