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Weltraumforschung in Österreich

Seit der Gründung der Universität Wien 1365 ist Astronomie ein wichtiges Forschungsfeld in den österreichischen Wissenschaftseinrichtungen. Mittlerweile gibt es unzählige öffentliche und private Institute, Vereine und Sternwarten in Österreich, die sich mit dem Aufbau des Universums beschäftigen. Seit den 1950er Jahren, mit der beginnenden Raumfahrt, hat Österreich eigene Forschungsprojekte ins Leben gerufen und ist an internationalen Raumfahrtprojekten beteiligt. Auch das Weltraumbüro der Vereinten Nationen hat seit 1993 seinen Sitz in Wien.

Das österreichische Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie unterhält seit 2002 ein Weltraumprogramm, das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mit der Agentur für Luft- und Raumfahrt durchgeführt wird. Es fördert damit Unternehmen und Organisationen bei der Forschung und Technologieentwicklung. Konkrete Projekte werden meistens in Zusammenarbeit mit Universitäten, wissenschaftlichen Einrichtungen und privaten Firmen umgesetzt.

Immer mehr Raketenstarts und Satelliten mit österreichischer Technik

Seit Jahren sind hochwertige österreichische Technikprodukte und modernstes österreichisches Knowhow nicht mehr aus dem „Weltraumalltag“ wegzudenken. Derzeit sind ca. 50 österreichische Unternehmen in der Luft- und Raumfahrttechnik tätig. Zum Beispiel stammen die Treibstoffleitungen der Trägerrakete Ariane 5 und die Außenhaut der Marssonde Mars Express aus österreichischer Produktion. Bei Flugsicherungen und Kontrollzentren für Satelliten und in Sachen Satellitennetzwerk und Signalüberwachung ist das Wissen von österreichischen Firmen stets gefragt.

Internationale Weltraummissionen mit Beteiligung Österreichs

Das Institut für Weltraumforschung (IWF) wurde 1972 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gegründet und ist derzeit an 16 internationalen Weltraummissionen beteiligt. Die Arbeitsbereiche der MitarbeiterInnen reichen von Planung und Bau von Instrumenten für Raumfahrzeuge, der wissenschaftlichen Auswertung der Messungen dieser Geräte bis zu den Schlussfolgerungen, die sich daraus ergeben. Einige Beispiele von Projekten, an denen das IWF arbeitet:

Sonde Juno vor dem Jupiter © Elena Duvernay / Clipdealer
Sonde Juno vor dem Jupiter © Elena Duvernay / Clipdealer
  • Venus-Express: ein laufendes Projekt der ESA zur Erforschung der Venus
  • Juno: Ziel dieses laufenden NASA-Projekts ist die Erforschung des Jupiter
  • BepiColombo: gemeinsames Projekt von ESA und der japanischen Weltraumbehörde zur Erforschung des Merkur, Start 2016
  • CHEOPS: Projekt der ESA zur Erforschung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems; hier entwickelt das IWF den Bordcomputer, Start 2017

Die ersten österreichischen Satelliten im Weltraum: Am 25. Februar 2013 wurden die beiden Satelliten „TUGSAT-1/BRITE-Austria“ und „UniBRITE“ mit einer indischen Trägerrakete in den Weltraum gebracht. Diese Zwillingssatelliten messen Helligkeitsschwankungen sehr großer Sterne und zeichnen diese auf. Das hilft bei der Suche nach fremden Planeten. Die Entwicklungsarbeit fand in Zusammenarbeit mit der Universität Wien, den Technischen Universitäten Wien und Graz und der Universität Toronto, Kanada statt.

Teile der Ariane-Rakete wurden mit österreichischem Know-How gebaut © miro3d / Clipdealer
Teile der Ariane-Rakete wurden mit österreichischem Know-How gebaut © miro3d / Clipdealer

AUSTROMIR: Im Rahmen eines sowjetischen Raumfahrtprogramms flog der erste – und bisher einzige – Österreicher und „Austronaut“ Franz Viehböck vom 4.–10. Oktober 1991 zur Raumstation MIR und führte dort medizinische und physikalische Experimente durch. Weitere Tätigkeiten umfassten die Kommunikation mit dem österreichischen Bundespräsidenten, das Stempeln von Sonderpostmarken und Kopien der Ostarrichi-Urkunde. Gastgeschenke an die russische Besatzung waren Mozartkugeln und eine Musik-Kassette mit dem Donauwalzer.

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gedruckt am: Donnerstag, 24. August 2017