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Terrorismus und Radikalisierung

Warum fühlen sich gerade Jugendliche besonders von der Propaganda extremistischer Gruppierungen angezogen? Diese Frage stellen sich viele ExpertInnen nach den jüngsten Terroranschlägen. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass sich extremistische Propaganda oftmals gezielt an Jugendliche richtet. Zum einen, weil junge Menschen als leichter beeinflussbar gelten, zum anderen, weil sie über soziale Online-Netzwerke wesentlich leichter zu erreichen sind. 

Der Prozess der Radikalisierung von Jugendlichen verläuft oft schleichend und im Verborgenen. Die ersten Beweggründe sind oftmals Unzufriedenheit und Probleme in der Familie und Schule. Auch die Sehnsucht nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe spielt oft eine Rolle. Religiöse oder politische Motive sind zunächst meist gar nicht so wichtig.

Radikalisierung beginnt meist im Internet

Blogeinträge, Videos, Musikclips, Comics, über Twitter oder Facebook – die Formen, in denen sich extremistische Inhalte verstecken können, sind vielfältig. Digitale Medien bieten extremistischen Gruppierungen eine unkontrollierbare Verbreitungsmöglichkeit für Propaganda.

Viele solcher Einträge verstecken sich hinter scheinbar harmlosen Schlagworten und sprechen ganz bewusst junges Publikum an. Werden sie oft geteilt, verbreiten sie sich rasend schnell. Denn je häufiger Inhalte im Netz geteilt werden, desto schneller sind sie durch Suchmaschinen auffindbar. 

Wie kann ich extremistische Inhalte und Ideologien erkennen?

Die Zunahme von Hassreden, Rassismus und Intoleranz im Netz hat viele Staaten dazu bewegt, die Strafen für Cybermobbing und Hate Speech zu verschärfen. Damit soll klargemacht werden: Auch im Netz dürfen Hass und Gewalt keinen Platz haben.

Merkmale von Hassreden, Drohungen und Propaganda

  • Demokratische Grundwerte werden abgelehnt und/oder lächerlich gemacht
  • Meinungs- und Freiheitsrechte werden in Frage gestellt
  • Radikales Gedankengut wird verherrlicht
  • Menschen, die eine andere Meinung vertreten, werden ausgeschlossen oder beschimpft
  • Werte wie Vielfalt und Toleranz werden verspottet
  • Es wird zwischen der eigenen Gruppe und den „Anderen“, z.B. zwischen „Gläubigen“ und „Ungläubigen“, unterschieden
  • Gewalt wird als Mittel zur Durchsetzung der eigenen Vorstellungen angesehen

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gedruckt am: Freitag, 20. Oktober 2017