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Kampf um Frauenrechte

Heute dürfen Frauen in Österreich wählen und gewählt werden. Das allgemeine und gleiche Wahlrecht ist in der österreichischen Verfassung festgeschrieben. Auch die Gleichheit vor dem Gesetz und die tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau stehen in der Verfassung und sind damit Grundbausteine unserer Gesellschaft. Dass Frauen dieselben Rechte haben wie Männer ist aber erst seit weniger als 100 Jahren der Fall.

Geschichte der Frauenrechtsbewegung

In Großbritannien und den USA kämpften die „Suffragetten“ für Frauenrechte. Sie wurden zu Vorbildern für Frauenbewegungen weltweit. Suffragetten (ca. 1908) © Fotograf: unbekannt / Quelle: Wikipedia / Richerman / CC0

Frauen waren über Jahrhunderte hinweg rechtlich viel schlechter gestellt als Männer. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann sich das langsam zu ändern, als die Bevölkerung für mehr bürgerliche Rechte zu kämpfen begann. Die Forderungen der Französischen Revolution von 1789 „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ galten für alle Menschen, also auch für Frauen.

Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich Frauen in Österreich zu organisieren, um für ihre Rechte einzutreten. Die wichtigsten Ziele der Frauenbewegung waren, dass Frauen auch ein Recht darauf haben, arbeiten zu gehen und ihr eigenes Geld zu verdienen, dass sie ein Recht auf Bildung haben und natürlich, dass sie das Wahlrecht bekommen. Wichtige Schritte waren die Zulassung von Frauen an österreichischen Universitäten im Jahr 1897 und die Einführung des Wahlrechts für Frauen 1918.

Ende der 1960er Jahre setzten sich Frauen immer mehr für Selbstbestimmung ein. Eine zentrale Forderung war das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, das seit 1975 gesetzlich verankert ist. Frauenbewegungen von heute beschäftigen sich u.a. mit Geschlechterrollen und mit der Umsetzung der Frauenrechte im gesellschaftlichen Alltag. Das Bundesministerium für Bildung und Frauen unterstützt sie dabei.

Wahlrecht für Frauen

Aufruf des Vereins sozialdemokratischer Frauen und Mädchen zur Teilnahme an der Wahl zur Konstituierenden Nationalversammlung am 16. Februar 1919. © ÖNB

Bereits im 19. Jahrhunderts war es wohlhabenden Großgrundbesitzerinnen möglich, Vertreter in die Landtage zu wählen, wenn sie genug Steuern bezahlten. Das Wahlrecht war somit an Vermögen gebunden. Durch den 1. Weltkrieg veränderte sich die Stellung der Frau in der Gesellschaft stark. Sie ersetzten die Männer, die an der Front waren, im Beruf und im öffentlichen Leben. Mit der Gründung der Republik Österreich wurde 1918 das allgemeine Wahlrecht für Frauen eingeführt; erstmals gingen Frauen in Österreich 1919 zur Wahl. Heute dürfen österreichische StaatsbürgerInnen nach Vollendung des 16. Lebensjahres wählen, unabhängig davon, wie viel Geld sie besitzen, welches Geschlecht sie haben und welcher sozialen Schicht sie angehören. Eine virtuelle Ausstellung zur Geschichte des Frauenwahlrechts in Österreich ist auf der Website der Österreichischen Nationalbibliothek einsehbar.

Frauenrechte weltweit

Weltweit gibt es noch immer große Ungerechtigkeiten und Gewalt gegen Frauen. Aus diesem Grund wurde 1981 die „UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau“ in Kraft gesetzt, die kurz als „UN-Frauenrechtskonvention“ bezeichnet wird. Alle Staaten, die die UN-Frauenrechtskonvention unterzeichnet haben, sind zu politischen Maßnahmen zur Beseitigung der Diskriminierung von Frauen verpflichtet. Der Internationale Frauentag, der jedes Jahr am 08. März begangen wird, erinnert weltweit an die Einhaltung der Frauenrechte.

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gedruckt am: Montag, 21. August 2017