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Cyber-Mobbing

Ein gemeines Foto, ein gehässiges Posting oder Lästereien in Online-Foren: Auf Mobbing trifft man nicht nur dort, wo Menschen direkt in Kontakt miteinander sind, sondern auch in der digitalen Welt von Internet, Handy und Co.

Opfer von Cyber-Mobbing sind dem Mobbing rund um die Uhr ausgesetzt © Clipdealer / trueffelpix

Cyber-Mobbing nennen sich solche Attacken, manchmal spricht man auch von Cyber-Bullying. Im Gegensatz zum direkten, persönlichen Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz ist man dieser Form des Mobbings auch zu Hause und rund um die Uhr ausgesetzt. Die TäterInnen (Bullys genannt) können anonym agieren und ihre Angriffe einem großen Publikum zugänglich machen. Bullying läuft oft zwischen Gleichaltrigen ab, aber auch ältere TäterInnen können unter falschen Namen und Identitäten im Internet ihre meist jüngeren Opfer ausspionieren und belästigen.

Cyber-Mobbing ist strafbar! Erfahre mehr über Gesetze und Strafen bei Mobbing.

Wusstest du…?

Illustrationen Stopschild © Leopold Maurer

Ein unbedachtes Wort oder eine unabsichtliche Beleidigung sind schnell ausgesprochen, genauso schnell kannst du dich dafür aber auch wieder entschuldigen. Das Internet vergisst aber nicht: Was einmal dort gepostet wurde, bleibt gespeichert!

Egal, ob in der Schule, auf der Straße oder im Internet: Überleg dir immer, ob du mit deinen Aussagen oder Handlungen andere verletzt!

Cyber-Mobbing in der Schule

Ein Streit in der Schule kann sich auch im Internet fortsetzen. Obwohl Cyber-Mobbing oft anonym abläuft, kennen viele Opfer die Identität der TäterInnen. Die Rollen sind im Internet aber manchmal nicht klar verteilt. Eine Attacke provoziert oft eine Gegenattacke. Fotos oder Videos, die am Schulhof gemacht werden, landen im Internet und stellen MitschülerInnen bloß. Eine starke Clique kann einzelne SchülerInnen nicht nur in der Klassengemeinschaft, sondern auch in den sozialen Netzwerken lächerlich machen oder ausgrenzen.

Mit dem Thema Cyber-Mobbing in der Schule beschäftigt sich auch das Theaterstück „Netboy“ der deutschen Autorin Petra Wüllenweber. Hier findest du einen Trailer der Aufführung des Landestheaters Linz vom Februar 2015.

Formen von Cyber-Mobbing

Cyber-Mobbing geschieht über soziale Netzwerke und Kommunikationsdienste © Clipdealer / quka

Cyber-Mobbing hat viele verschiedene Gesichter. Die Angriffe über soziale Netzwerke und Kommunikationsdienste, wie Facebook, Instagram, WhatsApp oder Snap-Video nehmen ständig zu. Allen gemeinsam ist das Erniedrigen, Bloßstellen und Ausgrenzen von einzelnen Personen oder Personengruppen. Cyber-Mobbing – egal in welcher Form – ist strafbar!

Cyber-Grooming: Darunter versteht man Erwachsene, die sich an Kinder heranmachen (über Chatrooms oder Online-Kommunikationsdienste), um in sexuellen Kontakt mit ihnen zu treten und sie zu missbrauchen.

Happy Slapping: Körperliche Angriffe, die gefilmt werden und übers Internet Verbreitung finden mit dem Ziel, die Opfer nicht nur körperlich zu verletzen, sondern sie auch öffentlich bloßzustellen und zu erniedrigen. 

Hate Speech: „Hass-Reden“, wie Drohungen, Beschimpfungen und Lügen mit dem Ziel, einzelne Personen wegen der Zugehörigkeit zu einer Gruppe öffentlich zu erniedrigen oder verächtlich zu machen.

Viele andere Formen des Interagierens (gemeinsamen Tuns und Teilens von persönlichen Informationen) im Internet können für Cyber-Mobbing-Attacken missbraucht werden. Wichtig ist es, Videos, Fotos und Nachrichten nicht unüberlegt ins Internet zu stellen und gerade bei freizügigen oder peinlichen Bildern aufs Online-Stellen zu verzichten!

Noch mehr Infos zum Thema Cyber-Mobbing findest du bei SaferInternet.

Cyber-Mobbing – wie kann man damit umgehen?

Cyber-Mobbing Attacken nehmen weltweit zu. Viele Länder haben deshalb Anti-Cyber-Mobbing-Gesetze verabschiedet, um vor Mobbing-Angriffen im Internet zu schützen.

Was kann man selbst tun, um sich und andere vor Cyber-Mobbing-Angriffen zu schützen?

  • Darüber reden, aber nicht antworten!

Lass dich nicht provozieren und antworte auf Lästereien und Gehässigkeiten erst gar nicht. Melde solche Vorfälle und sprich darüber mit Erwachsenen. Auch Netzbetreiber können dir helfen, wiederholte Angriffe zu stoppen, indem sie die VerursacherInnen sperren.

  • Schütze private Informationen und kenne deine Rechte!

Gib deine persönlichen Daten im Internet nicht preis und schütze sie mit Passwörtern. Bilder von dir dürfen nur mit deinem Einverständnis weitergegeben und veröffentlicht werden. Peinliche Fotos von dir und anderen solltest du erst gar nicht ins Internet stellen.

  • Hilf anderen!

Bekommst du Cyber-Übergriffe und Hass-Postings mit, dann rede darüber und melde die VerursacherInnen. Je schneller reagiert wird, desto eher kann Schaden für die betroffenen Menschen verhindert werden.

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gedruckt am: Dienstag, 27. Juni 2017