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Interview mit Karl-Heinz Grundböck, Sprecher der Parlamentsdirektion

Karl-Heinz Grundböck ist seit Anfang 2018 Leiter der Stabsstelle für Strategische Kommunikation in der Parlamentsdirektion. Er war vorher unter anderem in verschiedenen Funktionen in der Exekutive und zuletzt als Sprecher für das Innenministerium tätig.

Wir haben mit ihm im Februar 2018 über seine Tätigkeit in der Parlamentsdirektion, über die Situation der Pressefreiheit in Österreich und das Verhältnis zwischen Medien und Politik gesprochen.

Wie würden Sie einem Kind ihre Tätigkeit in einem Satz erklären?

So viele Menschen wie möglich sollen erfahren, was im Parlament geschieht. Darum kümmere ich mich hier gemeinsam mit anderen.

Was reizt Sie daran, zwischen der Politik und den Medien zu „vermitteln“?

Politik muss sich auch erklären. Medien sind wichtig, weil sie dazu Fragen stellen, Botschaften transportieren und Politik so für alle verständlich machen.

Wie beeinflussen Medien Ihrer Meinung nach die Politik? Wie beeinflusst umgekehrt die Politik die Medien?

Politik hat ein Interesse an positiver Berichterstattung, weil das für die Wahlen wichtig ist.
Umgekehrt ist die Berichterstattung über Politik für Medien interessant, weil viele Menschen sich darüber informieren wollen und deshalb Zeitungen lesen, Nachrichten im Fernsehen schauen und im Radio hören.

Was verstehen sie unter „Pressefreiheit“?

Medien sollen objektiv berichten und üben auch eine gewisse Kontrolle gegenüber der Politik aus. Dafür ist es wichtig, dass sie frei von politischer Einflussnahme berichten können.

Wo sehen Sie Grenzen und Gefahren für die Pressefreiheit in Österreich?

Freiheiten, auch die von Medien, enden dort, wo die Rechte von anderen beginnen. Daher braucht es immer auch eine Abwägung zwischen dem Interesse auf Berichterstattung einerseits und der Betroffenheit von Menschen, über die berichtet wird, andererseits.
Ein wichtiges Thema in der aktuellen Situation der Medien ist die Finanzierung. Qualität braucht auch eine stabile Grundlage. Daher ist die Förderung von seriösen Medien bedeutsam für die Politik.

Welche Vor- und Nachteile bringen Soziale Netzwerke für die Pressefreiheit?

Soziale Netzwerke ermöglichen die rasche Verbreitung von Information, und für alle den Zugang zu Information. Aber im Unterschied zu den klassischen seriösen Medien sind Informationen in Sozialen Netzwerken oft nicht überprüft und vermitteln manchmal ein falsches Bild. Das kann problematisch sein, vor allem für Menschen, die ihre Informationen nur noch aus Sozialen Netzwerken bekommen.

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gedruckt am: Mittwoch, 20. Juni 2018