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Stand der Wissenschaft heute

Heute ist es wissenschaftlich erwiesen, dass die Einteilung in „Rassen“ beim Menschen keinen Sinn ergibt. Die Vielfalt der Menschen ist unumstritten – mit „Rassen“ hat sie aber nichts zu tun!

Damit ist nicht gesagt, dass es zwischen Menschen keine genetischen Unterschiede gibt. Die Unterschiede zwischen Gruppen sind jedoch minimal. Zwischen jeder menschlichen Gruppe, wie man sie auch wählt, bekommt man statistische Unterschiede in der Häufigkeit bestimmter Gene: Selbst wenn man SchülerInnen zweier verschiedener österreichischer Schulen vergleichen würde, wären diese im Durchschnitt „genetisch unterschiedlich“! Derartige Gruppen stellen keine „natürlichen“, „biologischen“ oder „genetisch verwandten“ Gruppen dar!

Achtung: Durchschnitt!

Die Unterschiede, die man zwischen Menschengruppen findet, gelten für den Durchschnitt, und nicht für die einzelnen Menschen! 

  • Durchschnitt?

    Die Durchschnittshaarfarbe ist mittelbraun. Keines der Gruppenmitglieder hat jedoch diese Haarfarbe.
    © Kinderbüro / Leopold Maurer

  • Durchschnitt?

    Die Durchschnittshaarfarbe ist lavendel. Keines der Gruppenmitglieder hat jedoch diese Haarfarbe.
    © Kinderbüro / Leopold Maurer

Viele Menschen – EINE Art – keine "Unterarten"

Im Laufe der langen Menschheitsgeschichte gab es mehrere Menschenarten, davon lebt heute nur noch eine einzige: Homo sapiens. Von dieser Art gibt es mittlerweile etwa 7 Milliarden „Exemplare“! Unterarten (also „Rassen“) kann man allerdings nicht unterscheiden!

Großfamilie Mensch

Alle Menschen, egal woher sie kommen und wo sie leben, sind sich genetisch unglaublich ähnlich: Von den etwa drei Milliarden „Buchstaben“ der DNA (genetische Substanz) sind 99,9 Prozent bei allen Menschen gleich! Das heißt, alle möglichen genetischen Unterschiede betreffen etwa 1 Promille der DNA!

Das spricht auch dagegen, dass man die Menschen in „Unterarten“ (Rassen) einteilen kann!

Der Grund für diese beeindruckende Ähnlichkeit liegt in der langen gemeinsamen Geschichte des Homo sapiens.

Übergänge, nicht Trennlinien

Wo beginnt schwarz, wo dunkelgrau?


Es gibt keine bestimmten genetischen Merkmale, mit denen geografische Bevölkerungsgruppen klar voneinander abgegrenzt werden könnten. Zwischen benachbarten Bevölkerungen gibt es (mindestens zu einer der Nachbargruppen) fließende Übergänge.

Gegensätze fallen uns nur deshalb besonders auf, da heute Menschen aus verschiedenen Teilen der Erde (ohne Übergang) aufeinandertreffen.

Unterschiede innerhalb der Gruppen, nicht dazwischen

Die Unterschiede innerhalb von Menschengruppen sind viel größer als zwischen den (geografischen) Gruppen, deshalb ist eine Rassen-Einteilung unsinnig: Für jeden hellhäutigen Österreicher kann man einen dunkelhäutigen Afrikaner finden, der ihm genetisch ähnlicher ist als sein hellhäutiger Nachbar.
(Dies gilt selbstverständlich ebenso für Österreicherinnen und Afrikanerinnen).


Wissenschaftlich gesehen kann das Konzept „Rasse“ also getrost vergessen werden.

Das Problem „Rassismus“ ist damit aber nicht erledigt!
Was man gegen Rassismus tun kann, dazu siehe Kapitel 4.

Nachgefragt: Ist es besser, statt von „Rasse“ von „Ethnien“ oder „Kulturen“ zu sprechen?

Nicht, wenn man mit „Ethnien“ oder „Kulturen“ streng voneinander abgrenzbare Gruppen meint, die sich – und damit die zugehörigen Menschen – grundsätzlich in ihrem Wesen (und vielleicht sogar ihrem „Wert“) unterscheiden! Diese Vorstellungen wären dieselben wie bei „Rasse“. Nicht das Wort „Rasse“ ist das Problem, sondern es sind unsere Gedanken: Rassismus gibt es also auch ohne „Rassen“.

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gedruckt am: Donnerstag, 22. Juni 2017