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Wenn Essen krank macht

Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten

Immer mehr Menschen leiden unter Lebensmittelallergien oder Intoleranzen (Unverträglichkeiten). Dabei werden bestimmte Lebensmittel  „nicht vertragen“ oder sie können sogar allergische Reaktionen auslösen.

Bei einer Allergie überreagiert der Körper auf einen eigentlich ungefährlichen Fremdstoff, wie zum Beispiel einem Nahrungsbestandteil. Es kommt zu allergischen Reaktionen, wie Jucken, Brennen, Atemnot oder sogar Kreislaufversagen.

Bei einer Intoleranz hat der Körper nicht genug von bestimmten Stoffen, um Bestandteile der Nahrung, wie beispielsweise Laktose, Fruktose und Gluten abzubauen bzw. aufzunehmen. Dadurch kann es zu schwerwiegenden Verdauungsproblemen kommen.

Allergien und Unverträglichkeiten müssen medizinisch abgeklärt werden! Bei der Ernährung muss dann ganz genau auf all jene Nahrungsbestandteile geachtet werden, die Probleme verursachen. Dabei hilft die Lebensmittelkennzeichnung. Seit 2014 müssen Allergene in Lebensmitteln auf der Verpackung bzw. auf der Speisekarte deutlich gekennzeichnet werden. 

Zu viel, zu wenig oder gerade richtig?

Babyspeck, Abnehmtipps, purzelnde Kilos oder Wohlfühlgewicht. Kaum ein Körperthema wird mehr diskutiert als die Suche nach dem idealen Gewicht. Schönheitsideale, Essenstrends und Gesundheitsempfehlungen gehen dabei oft weit auseinander.

Vieles was wir an Gewicht auf die Waage bringen, hat mit Veranlagung zu tun. Es gibt Menschen, die ganz wenig Energie verbrauchen und sehr schnell dick werden. Andere können essen, soviel sie wollen und nehmen nicht zu, weil ihr Körper einfach viel Energie verbraucht. Aber obwohl jeder Mensch anders gebaut und anders veranlagt ist, gibt es eine Regel, die für alle gilt: Das Gewicht bleibt konstanter, wenn dem Körper genauso viel Energie durch Nahrung zugeführt wird, wie er verbraucht.

Damit der Körper im Gleichgewicht bleibt und man nicht zu dick oder zu dünn wird, müssen die Signale des Körpers ernst genommen werden. Das ist oft aber gar nicht so leicht, denn ein stressiger Tagesablauf, ungesunde Schönheitsideale oder auch das Essverhalten, das man in der Familie lernt, können einen daran hindern. Wird das Gleichgewicht im Körper gestört, dann kann man richtig krank werden.

Welche Formen von Essstörungen gibt es?

Anorexie

Wer an Magersucht (Anorexie) leidet, will immer dünner werden, selbst wenn das Körpergewicht schon viel zu gering ist. Magersüchtige essen ganz wenig, und ihre Gedanken kreisen immer ums Essen und die Figur. Zusätzlich zur Mangelernährung wird oft exzessiv Sport getrieben. Selbst wenn sie schon lebensbedrohlich dünn sind, bleibt bei den Betroffenen das Gefühl, zu dick zu sein.

Bulimie

Menschen, die an einer Ess-Brech-Sucht (Bulimie) erkrankt sind, haben meist große Angst vor Gewichtszunahme und unternehmen alles Mögliche dagegen: Sie treiben ganz viel Sport, verwenden Abführmittel oder Fasten. Dadurch wird der Hunger aber richtig groß und sie bekommen regelrechte Heißhunger-Attacken. Um nicht zuzunehmen, übergeben sie sich anschließend. So entsteht ein furchtbarer Kreislauf aus Essen und Erbrechen. Bulimie kann schwere körperliche Krankheiten verursachen.

Binge-Eating

Bei der Esssucht auch Binge-Eating genannt, muss man auch dann noch weiteressen, wenn der Körper schon lange satt ist. Im Gegensatz zur Bulimie folgt nach den Essanfällen aber kein Erbrechen. Viele Betroffene essen aus Langeweile, Frust oder weil Essen ihre einzige Freude ist. Viele haben dieses Verhalten schon als kleine Kinder gelernt und wurden mit Essen getröstet oder mit Süßigkeiten belohnt.

Orthorexie

Bei der Orthorexie drehen sich die Gedanken der Betroffenen um „gesundes“ Essen. Die Auswahl an Nahrungsmitteln wird stark eingeschränkt und alle Lebensmittel werden in gut und schlecht aufgeteilt. Nur was als „gut“ für den Körper eingestuft wird, darf gegessen werden. Wie bei den anderen Essstörungen bestimmt das Essen das Leben der Betroffenen. Auch die Orthorexie kann zu seelischen und körperlichen Problemen führen

Essstörungen sind psychische Erkrankungen. Sie treten sowohl bei Mädchen als auch bei Burschen auf. Die Gründe für eine Essstörung können vielfältig sein: Stress, Unsicherheit, Druck und der Wunsch nach der „perfekten Figur“ können Auslöser einer Essstörung sein. Die Warnzeichen sind bei vielen Essstörungen ähnlich: Die Gedanken kreisen fast ausschließlich ums Essen und die Figur. Essstörungen können zu schweren körperlichen Erkrankungen führen. Wer unter einer Essstörung leidet, braucht Unterstützung und professionelle Hilfe. Eine Therapie kann helfen, denn Essstörungen haben oft seelische Ursachen.

Rat und Information:

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/lebensbereiche/thema-ernaehrung/was-wir-essen/wenn-essen-krank-macht
gedruckt am: Freitag, 27. November 2020