Republik Österreich - Parlament Republik Österreich - Parlament
DemokratieWEBstatt.at

Zukunft der Ernährung: Aktuelle Herausforderungen und Strategien

Für eine gerechte Ernährungsverteilung und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion zählt nicht nur WAS wir essen, sondern auch WO und WIE Nahrung hergestellt wird.

Ernährung und Umwelt

Damit möglichst viele Nahrungsmittel erzeugt werden können, werden die Felder und Wiesen in der Landwirtschaft intensiv genutzt. Die beiden wichtigsten Ressourcen für die Lebensmittelproduktion sind Wasser und Boden. Für den Anbau von Getreide, Gemüse und Obst, aber auch für die Viehhaltung, braucht es riesige Flächen und viel Wasser. Etwa 70 Prozent des weltweit verbrauchten Wassers werden für die Landwirtschaft verwendet. Wie unterschiedlich der Wasserverbrauch für verschiedene Nahrungsmittel ist, siehst du in der untenstehenden Grafik.

Damit möglichst viel geerntet werden kann, kommen Düngemittel und Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Beim Transport der Nahrungsmittel werden große Mengen an Kohlendioxid freigesetzt. Um noch mehr Anbaufläche zur Verfügung zu haben, werden oftmals Wälder und Regenwälder gerodet. Die Umwelt wird bei der herkömmlichen Erzeugung von Nahrungsmitteln also stark belastet.

Ressourcenschonende Landwirtschaft

Eine umweltfreundliche Alternative dazu ist die biologische Landwirtschaft. Dabei wird versucht, ein Gleichgewicht in der Umwelt herzustellen, in dem auch die Abfälle wiederverwertet werden. Statt Pestiziden kommen schonende Mittel und Nützlinge, wie Käfer oder Regenwürmer zum Einsatz. Auch wenn verschiedene Pflanzen zeitlich hintereinander angebaut werden (Fruchtfolge), können sich die Böden erholen.

Dieses Logo garantiert, dass Lebensmittel aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft stammen.

Artgerechte Tierhaltung

Nur durch einen geringeren Fleischkonsum und mehr Bewusstsein der KonsumentInnen beim Einkauf kann das Wohl der Tiere nachhaltig verbessert werden. Heute stammt in Österreich bereits fast ein Viertel des Rindfleisches aus biologischer Tierhaltung. Aber auch bei der konventionellen Nutztierhaltung müssen Mindeststandards eingehalten werden. Dabei wird festgelegt, wie viel Platz jedem Tier zur Verfügung stehen muss, welche Futtermittel eingesetzt werden dürfen und wie die Tiere transportiert und geschlachtet werden.

Nachgefragt: Was bedeutet biologische Nutztierhaltung?

Tiere haben in der biologischen Landwirtschaft mehr Platz zur Verfügung. Die Futtermittel müssen gentechnikfrei sein und es dürfen keine Antibiotika eingesetzt werden.

Essen aus der Region und nach den Jahreszeiten

Bis Lebensmittel zu uns auf den Tisch kommen, haben sie mitunter eine lange Reise hinter sich. Durchschnittlich stecken fast 50.000 Kilometer in einem vollgefüllten Einkaufswagen. So ist etwa eine Kiwi aus Neuseeland 18.000 Kilometer gereist. Je länger die Wegstrecke ist, die ein Nahrungsmittel von den ProduzentInnen zu den KonsumentInnen zurücklegt, desto stärker wird die Umwelt belastet. Eine nachhaltige Ernährung achtet auf saisonale und regionale Produkte beim Einkauf. So können Transportwege verkürzt werden.

Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Nahrungsmitteln

  • Übermäßigen Fleischkonsum vermeiden
  • Auf artgerechte Haltung beim Einkauf von Fleisch- und Milchprodukten achten
  • Regionale, saisonale und wenn möglich biologisch angebaute Nahrungsmittel kaufen
  • Fair gehandelte Lebensmittel bevorzugen
  • Den Einkauf gut planen und nur so viel kaufen, wie man auch braucht
  • Auf Verpackungsmüll beim Einkauf verzichten

 

Auf den Punkt gebracht: Fairer Handel

Unsere Ernährung ist ein wichtiger Teil der (Welt-)Wirtschaft. Viele Menschen weltweit sind an der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmitteln beteiligt. Für eine Tafel Schokolade muss etwa Kakao in fernen Ländern angebaut werden. Meist wissen wir gar nicht so genau, wo dieser Kakao genau angebaut wurde und unter welchen Arbeitsbedingungen die Menschen ihn dort produziert haben. Beim fairen Handel wird darauf geachtet, dass die ProduzentInnen ausreichend entlohnt werden, gute Arbeitsbedingungen herrschen und keine Kinderarbeit zum Einsatz kommt.  

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/lebensbereiche/thema-ernaehrung/zukunft-der-ernaehrung-aktuelle-herausforderungen-und-strategien
gedruckt am: Freitag, 27. November 2020