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1918 ist ein bedeutendes Jahr für die weitere Entwicklung der Demokratie sowie der Republik Österreich

8Januar
1918
3März
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23Juli
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16Oktober
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21Oktober
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30Oktober
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3November
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12November
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8Januar
1918

8. Januar 1918: 14-Punkte-Programm des US-Präsidenten Wilson

Die 14 Punkte des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, bildeten die Grundlage für den Frieden nach dem Ersten Weltkrieg. Eine Voraussetzung dafür war eine demokratisch gewählte Regierung.

14. Januar 1918: Jännerstreik

Die sozialdemokratische Zeitschrift „Arbeiterwille“ © ÖNB

Am 14. Januar 1918 wurde den ArbeiterInnen der Wiener Neustädter Motorenwerke die Mehlration halbiert, woraufhin diese spontan einen Streik beginnen. Die Nachricht vom Widerstand der Arbeiterschaft verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Monarchie. Bereits am Folgetag, dem 15. Januar, wird auch in der Steiermark, in Oberösterreich, in Wien und in den tschechischen Industriegebieten gestreikt. In kurzer Zeit befanden sich 700.000 ArbeiterInnen im Aufstand. Sie forderten ein sofortiges Ende des Krieges, bessere Versorgung und gewählte Arbeiterräte.

22. Januar – 3. Februar 1918: Matrosenaufstände

Die beiden Schiffe St. Georg und Karl VI © ÖNB

Am 22. Januar 1918 wurde der Kriegshafen in Pula (Stadt im heutigen Kroatien) bestreikt, wenig später traten die ArbeiterInnen in den tschechischen Kohlewerken in den Streik. Einen letzten Höhepunkt des Widerstandes gegen die Fortführung des Krieges gab es schließlich in Kotor (heute Teil von Montenegro). Die Matrosen forderten die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der Völker der Habsburgermonarchie und den sofortigen Friedensschluss aufgrund des 14-Punkte-Programms von US-Präsident Wilson.

Die Mannschaften der Panzerschiffe St. Georg und Karl VI. nahmen die Offiziere gefangen, wählten Matrosenräte und hissten die rote Fahne als Zeichen für die Arbeiterschicht. Der Aufstand wurde jedoch bereits am 3. Februar 1918 beendet. 800 von ungefähr 5.000 am Aufstand beteiligten Matrosen wurden verhaftet. Vier Matrosen wurden zum Tod verurteilt, die Mehrheit der übrigen Angeklagten einem eigenen Kriegsgericht überstellt.

3März
1918

3. März 1918: Friedensvertrag von Brest-Litowsk

Nach monatelanger Verhandlungen wurde am 3. März 1918 ein Sonderfrieden von Seiten Deutschlands und Österreichs mit der neu gegründeten Sowjetunion geschlossen. Wie bei den Matrosenaufständen Anfang des Jahres stand auch hier das Selbstbestimmungsrecht der Völker im Vordergrund. Mit diesem Vertrag schied Russland aus dem Ersten Weltkrieg aus. Damit endete der Krieg im Osten.

23Juli
1918

23.-25. Juli 1918: Kriegskursdebatte

Im Frühjahr 1918 starben mehr als 12.000 Soldaten der österreichisch-ungarischen Truppen, über 80.000 wurden verwundet. Als Folge trafen sich Abgeordnete des Reichsrats von 23. bis 25. Juli 1918, um über den Kriegskurs zu diskutieren. Auf Drängen der Regierung wurden die Verhandlungen des Reichsrats geheim gehalten.

16Oktober
1918

16. Oktober 1918: Völkermanifest Kaiser Karl. I

Am 16. Oktober 1918 veröffentlichte Kaiser Karl I. ein „Völkermanifest“. Das Ziel war es, den habsburgischen Vielvölkerstaat in einen Bundesstaat umzuformen. Österreich sollte „neu gestaltet“ werden, indem jedes Volk eigene Nationalräte bildete. Dieser Plan kam zu spät, der Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit der Völker war zu stark.

21Oktober
1918

21. Oktober 1918: Die Provisorische Nationalversammlung Deutschösterreichs tagt

Am 21. Oktober tagte die Provisorische Nationalversammlung Deutschösterreichs im Niederösterreichischen Landhaus in Wien. Insgesamt versammelten sich 208 Abgeordnete der deutschen Wahlbezirke, welche bereits im Jahr 1911 gewählt worden waren. Die Gründung eines neuen Staates stand im Mittelpunkt der Versammlung.

30Oktober
1918

30. Oktober 1918: Bildung des „Staatsrats“/ Staatsgründung

Die Provisorische Nationalversammlung wählte am 30. Oktober 1918 den „Staatsrat“. Er bestand aus den drei Präsidenten der Nationalversammlung und zwanzig weiteren Mitgliedern. Der Staatsrat wählte am selben Tag die Staatsregierung unter Karl Renner. Damit begann die Geschichte der Republik Deutschösterreich.

31. Oktober 1918: Staatsfarben Rot-Weiß-Rot

Der Staatsrat beschloss am 31. Oktober die Staatsfarben. Auf Vorschlag des christlichsozialen Abgeordneten Wilhelm Miklas wählte der Staatsrat die Farben Rot-Weiß-Rot. Es waren dies die Farben der Babenberger, einer Familie, welche vor den Habsburgern über Österreich geherrscht hatte. Man wollte sich dadurch von den Farben Schwarz-Gelb der Habsburger deutlich abgrenzen.

Der neue Staatskanzler Karl Renner schlug zusätzlich ein vorläufiges Staatswappen vor. Der Entwurf bestand aus einem Stadtturm aus schwarzen Blöcken, gekreuzten Hämmern in Rot, welche umgeben waren von einem goldenen Roggenkranz. Diese Motive galten als die Symbole der Bürger, Arbeiter und Bauern.

3November
1918

3. November 1918: Waffenstillstand bei Padua

Im Herbst 1918 bat Kaiser Karl I. die Entente-Staaten um einen Waffenstillstand. Der Vertrag wurde am 3. November 1918 bei Padua zwischen Österreich-Ungarn und der Entente bzw. Italien unterzeichnet. Der Waffenstillstand galt auch für die anderen Fronten, an denen die Armee Österreichs-Ungarns im Einsatz war.

11. November 1918: Waffenstillstand bei Compiègne

Das Ende der Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs wurde am 11. November 1918 beschlossen. Das Deutsche Reich, Frankreich und Großbritannien unterzeichneten ein Waffenstillstandsabkommen. Der Vertrag wurde östlich des nordfranzösischen Compiègne unterschrieben.

11. November 1918: Verzichtserklärung Kaisers Karl I.

Kaiser Karl I. unterzeichnete am 11. November 1918 eine Verzichtserklärung, mit der er auf alle Staatsgeschäfte im österreichischen Teil der Monarchie verzichtete. Am gleichen Abend verließ der Kaiser mit seiner Familie das Schloss Schönbrunn und zog sich auf das private Schloss Eckartsau im Marchfeld zurück.

12November
1918

12. November 1918: Ausrufung der Republik „Deutschösterreich“

Artikel 1 der Verfassung besagt: „Deutschösterreich ist eine demokratische Republik. Alle öffentlichen Gewalten werden vom Volk eingesetzt.“ In der neuen Staatsform der Demokratie geht die Macht nun vom Volk aus. Der 12. November 1918 ging als der Tag der „Ausrufung der Republik“ in die Schulbücher ein.

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-100-jahre-gruendung-der-republik/die-gruendung-der-ersten-republik/
gedruckt am: Dienstag, 23. Oktober 2018