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Vier Wahrheiten und ein Rad – der Buddhismus

Hast du schon einmal eine Buddha-Figur gesehen? Diese Figur gibt es sitzend und stehend winzig klein, nicht größer als eine Nussschale, aber auch als riesengroße, viele Meter hohe Statue. Es soll angeblich Glück und Wohlstand bringen, wenn man einer Buddha-Figur den Bauch reibt. Der dicke Bauch steht für Wohlstand und sein Lachen stellt das Glück dar.

Aber wer ist das eigentlich, der da abgebildet wird?
Der historische Buddha ist Siddhartha Gautama, der als der Begründer des Buddhismus gilt. Buddha war also kein Gott, sondern ein Mensch, der den Buddhismus gegründet hat.
Die Legende erzählt, dass Siddhartha ein indischer Prinz war, der in herrlichen Palästen aufwuchs und das Leben außerhalb des Palastes nicht kannte. Obwohl er alles hatte und sich um nichts Sorgen machen musste, war er nicht glücklich. Er wollte wissen, wie das Leben außerhalb der Palastmauern aussieht. So machte er vier Ausfahrten und lernte dabei das Alter, Krankheit und den Tod kennen. Der junge Prinz war bestürzt darüber, wie sehr die Menschen darunter litten und begann zu grübeln, wie dieses Leiden entsteht und wie man es beenden könnte. Schließlich fand er seine Antwort: er begegnete einem Mönch und beschloss von zuhause fort zu gehen, um auch Mönch zu werden.

Er begann, viel über das Leben und das Leiden nachzudenken. Die BuddhistInnen glauben, dass Siddhartha dabei die „Erleuchtung“ gefunden hat. Er hat alles über sich und die Welt verstanden und Antworten auf seine Fragen gefunden – die vier edlen Wahrheiten:

  1. Das Glück ist vergänglich und das Leben bedeutet auch Leiden.
  2. Das Leiden entsteht, weil die Menschen immer mehr wollen, als sie besitzen.
  3. Das Leiden hört auf, wenn die Menschen diese Gier überwinden.
  4. Es gibt einen Weg zum Glück, das ist der achtfache Pfad. Der achtfache Pfad wird durch ein Rad mit acht Speichen dargestellt und hilft den Menschen, die Gier zu überwinden und ihr Glück zu finden.

BuddhistInnen glauben, dass alles in der Welt ein ewiger Kreislauf ist und man immer und immer wieder geboren wird, entweder als Mensch, als Tier oder als Pflanze. Ihr Ziel ist es aber, diesen Kreislauf zu durchbrechen und das Nirwana zu erreichen. Nirwana heißt übersetzt soviel wie „Erlöschen“. Wer das Nirwana erreicht hat, erlischt also und muss nicht mehr in das Leben wiedergeboren werden.
Um das Nirwana zu erreichen, müssen BuddhistInnen vorbildlich leben. Sie sollen stets weise und klug handeln und nach Wissen und Erkenntnis  streben und respektvoll mit den Mitmenschen und mit der Umwelt umgehen. Denn alles was die Menschen tun, hat eine unweigerliche Folge.

Die Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan waren einst die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt. Sie wurden im Jahr 2001 von den Taliban zerstört, mittlerweile will man die Statuen wieder aufbauen.

Seit seiner Erleuchtung wird Siddhartha „Buddha“ genannt. Das bedeutet „der Erleuchtete“ oder „der Erwachte“ – Das kann eigentlich jeder werden.

Wenn BuddhistInnen sich schlecht verhalten, riskieren sie im nächsten Leben, nicht als Mensch, sondern vielleicht als Tier oder als Pflanze wiedergeboren zu werden.

Der Dalai Lama ist das Oberhaupt des Tibetischen Buddhismus. Man sagt, dass er bereits das Nirwana erreicht hat. Aus Mitgefühl mit den Menschen ist er aber wieder ins Leben zurückgekehrt, um sie zu begleiten und ihnen den richtigen Weg zu zeigen.

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gedruckt am: Donnerstag, 23. November 2017