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Wer braucht was?

Gesund sein, eine Familie, Freunde und ein Zuhause haben – das wünschen sich viele Menschen, egal ob sie alt oder jung sind, ob sie in der Stadt oder am Land leben. Alle Menschen brauchen eine Infrastruktur, damit sie gut leben können. Darunter versteht man grundlegende Einrichtungen wie zum Beispiel Straßen, Strom- und Wasserleitungen, öffentliche Verkehrsmittel und Parkplätze (siehe Schaubild). 

Für diese Infrastruktur sorgt der Staat: Aus den Steuereinnahmen werden öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und Seniorenheime finanziert. Hinzu kommen Sozialleistungen wie die Familienbeihilfe, Studienbeihilfe oder Pensionen. Diese Ausgaben nennt man Sozialausgaben.

Neben dem Staat decken auch nichtstaatliche Organisationen und Privatpersonen weitere Bedürfnisse ab, zum Beispiel durch zusätzliche Angebote zur Kinderbetreuung oder durch die Pflege von älteren Menschen durch Angehörige. 

Verschiedene Bedürfnisse der Altersgruppen und gemeinsame Räume

Manche Bedürfnisse und Wünsche sind je nach Alter aber auch sehr unterschiedlich:

Kinder wollen viel Platz zum Spielen, Erwachsene wünschen sich eine Wohnung in der Nähe ihres Arbeitsplatzes und ältere Menschen möchten nicht zu weit zu Fuß gehen. (siehe Schaubild).

Es braucht deshalb sowohl Infrastruktur und Räume für jede Altersgruppe, als auch öffentliche Räume, die allen gemeinsam „gehören“ und wo Menschen sich begegnen können. 

Eine Möglichkeit, wo sich Menschen verschiedener Altersgruppen begegnen können, sind Nachbarschaftsvereine. Die Mitglieder dieser Vereine planen gemeinsame Projekte für die Wohngegend, in der sie leben. Das kann ein Nachbarschaftsfest oder ein Gemeinschaftsgarten sein. Je mehr Menschen unterschiedlicher Altersgruppen sich an einem Projekt beteiligen, desto eher kann auch auf die verschiedenen Bedürfnisse eingegangen werden. 

Unterschiedliche Voraussetzungen in der Stadt und am Land

Die Möglichkeiten der Menschen unterscheiden sich auch, ob sie in der Stadt oder im ländlichen Raum wohnen. Alle Menschen haben das Bedürfnis, mobil zu sein, das heißt, schnell zum Supermarkt, zur Post oder zur nächsten Arztpraxis zu kommen.

Am Land ist das jedoch schwieriger als in der Stadt: Die öffentlichen Verkehrsmittel sind zumeist nicht so gut ausgebaut, viele Menschen sind auf das Auto angewiesen. Besonders für ältere Menschen ist das eine schwierige Situation. Dazu kommt, dass sich die Infrastruktur am Land in manchen Gemeinden sogar verschlechtert. Da immer mehr (jüngere) Menschen wegziehen, schließen Gasthäuser, Geschäfte und Arztpraxen.

Um die medizinische Versorgung auch in ländlichen Gemeinden zu gewährleisten, gibt es neue Möglichkeiten. Dazu zählt der Einsatz der Telemedizin oder sogenannter mobiler Arztpraxen. Bei der Telemedizin kann der Gesundheitszustand von PatientInnen durch digitale Messgeräte  kontrolliert werden. Mobile Arztpraxen bringen ÄrztInnen mit einem Bus direkt zu den PatientInnen.

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gedruckt am: Donnerstag, 21. Mai 2020