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Füreinander statt Gegeneinander

Familie mit drei Generationen © stockbroker / Clipdealer
Cowboystiefel klein groß Jung und Alt © Clipdealer mj007

Das Zusammenleben von Jung und Alt ist oft gar nicht so leicht. Manchmal finden wir die Kleidung, die Meinungen und Werte anderer Altersgruppen ganz schön merkwürdig. Unterschiede können aber auch spannend sein und oft liegen die Ansichten gar nicht so weit auseinander, wie wir zunächst glauben.

Jede Generation kann von der anderen lernen, und je mehr wir übereinander wissen, desto mehr bereichert das unsere eigene Lebenswelt.

Generationen lernen voneinander, miteinander und übereinander

Damit Jung und Alt zusammenkommen und füreinander Verständnis aufbringen können, ist es wichtig, dass sich nicht nur innerhalb der Familie verschiedene Generationen kennenlernen. Auch außerhalb davon sollen die Generationen Kontakte knüpfen. Dies wird in sogenannten generationenübergreifenden Projekten versucht – also Projekten, die mehrere Generationen ansprechen wollen.

In solchen Projekten können Jung und Alt etwas übereinander lernen, wie zum Beispiel bei Erzählcafés. Viele Projekte zielen auch darauf ab, dass die Generationen voneinander lernen, z.B. bei Technik- oder Handarbeits-Kursen, oder bei Angeboten zur Lernunterstützung, wo ältere Menschen, die bereits in Pension sind, mit Kindern lernen.
Nicht zuletzt gibt es Projekte, in denen jüngere und ältere Menschen miteinander etwas lernen, z.B. bei Vorträgen und Fortbildungen zu verschiedenen Themen, in gemeinsamen Chören usw.

Mehrgenerationenhäusern

In Mehrgenerationenhäusern begegnen sich verschiedene Altersgruppen, um gemeinsam zu wohnen, zu lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und die Freizeit zusammen zu verbringen. Es gibt Mehrgenerationenhäuser, in denen Personen unterschiedlicher Generationen, die nicht miteinander verwandt sind, auf Dauer miteinander leben und wirtschaften. Ein „Mehrgenerationenhaus“ kann aber auch ein offener Treffpunkt für Jung und Alt sein, bei dem es gemeinsame (Freizeit)Aktivitäten gibt. In Deutschland z.B. gibt es über 500 Mehrgenerationenhäuser (Stand 2019, Quelle: mehrgenerationenhaeuser.de)

Gemeinsam leben

Damit Kinder und ältere Personen regelmäßig miteinander in Kontakt treten können, werden in einigen PensionistInnen-Wohnhäusern Kindergruppen untergebracht. Für die PensionistInnen und die Kinder gibt es dann beispielsweise 1 Mal pro Woche gemeinsame Aktivitäten, wie etwa Basteln.

„Wohnen für Hilfe“

Bei diesem Generationenprojekt werden jüngere Menschen, die Wohnraum suchen, und ältere Menschen, die Hilfe im Haus, in der Wohnung oder auch im Garten benötigen, zusammengebracht. Statt Miete zu zahlen, helfen die Jüngeren ihren VermieterInnen bei Erledigungen, wie einkaufen, Gartenarbeiten, den Hund ausführen, usw.

Lernhilfe für Kinder durch SeniorInnen

SeniorInnen und Senioren unterstützen ehrenamtlich Kinder beim Lernen. Der Schwerpunkt kann zum Beispiel darauf liegen, dass die Kinder ihre Sprachkenntnisse verbessern, oder besser Lesen lernen.

Leihomas und Leihopas

Wenn in Familien die Großeltern fehlen, können Leihomas und Leihopas die stundenweise Betreuung von Kindern übernehmen. Die holen z.B. die Kinder aus dem Kindergarten oder dem Hort ab, oder passen auf sie auf, wenn die Eltern abends ausgehen.

Schulungen für den Umgang mit Computer und Internet

Jugendliche bieten älteren Menschen Unterstützung bei Fragen rund ums Thema Computer und Internet an.

Generationencafés

Generationencafés können in regulären Cafés stattfinden oder in privaten Räumlichkeiten. Bei Kaffee und Kuchen können Menschen verschiedener Generationen einfach miteinander plaudern. Oder aber das Café hat ein bestimmtes Motto: Bei Reparatur-Cafés bringen handwerklich geschickte SeniorInnen der jüngeren Generation bei, wie man Dinge wieder repariert. Oder es wird ein Koch- und Backnachmittag, ein Vorlesenachmittag oder ein Kaffeenachmittag rund ums Thema „Smartphone und Co.“ organisiert.

Was bringt‘s?

Gut gegen die Einsamkeit und Langeweile, bringt frischen Wind, hält jung, man wird gebraucht, man kriegt mit, was „sich so tut“ (aktuelle Entwicklungen), am Leben teilhaben, das Wissen, das Können und die (Lebens)Erfahrung kann an jemanden weitergegeben werden, Hilfe bei technischen Problemen, Unterstützung im Alltag, wird mit anderen Themen konfrontiert, die man mit Gleichaltrigen nicht diskutiert, lernt andere Sichtweisen kennen, bleibt körperlich und geistig fit, gut gegen Angst vor dem Altern, Einblick in eine andere Lebensphase, jemand hat Zeit … 

Auf den Punkt gebracht: Altersdiskriminierung

  • Wenn eine Person nur aufgrund ihres Alters benachteiligt wird, so spricht man von Altersdiskriminierung. Diese kann sowohl ältere als auch junge Menschen treffen.
    Beispiel: In einer Stellenbeschreibung steht, dass nur „junge“ MitarbeiterInnen gesucht werden.
  • Auch beleidigende Kommentare über das Alter zählen zu Altersdiskriminierung.
  • Benachteiligung (Diskriminierung) aus den Gründen des Alters ist durch das Gleichbehandlungsgesetz in Österreich verboten (ebenso wie Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, der Weltanschauung, und der sexuellen Orientierung).
  • Menschen, die sich aufgrund ihres Alters diskriminiert fühlen, können sich an die Gleichbehandlungsanwaltschaft wenden und sich bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft kostenlos und vertraulich beraten lassen: 

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/jung-und-alt/fuereinander-statt-gegeneinander
gedruckt am: Donnerstag, 21. Mai 2020