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Lachen im digitalen Zeitalter

Was haben Katzen, Lord Voldemort und die deutsche Stadt Bielefeld gemeinsam? Keine Sorge, das wird kein Witz … dennoch sind alle drei Inhalt von millionenfach geklickten digitalen Scherzen, wie du gleich erfahren wirst! Das Internet macht es möglich, dass satirische Kommentare, witzige Bilder und Videos, lustige Überschreibungen und Parodien in Sekundenschnelle hochgeladen und millionenfach verbreitet werden können.

Emojis und Emoticons

Am Handy eine lange Nachricht tippen oder deinen FreundInnen lieber mit einem lustigen Bild antworten? Emojis und Emoticons sind in unserer digitalen Kommunikation nicht mehr wegzudenken.

Emojis sind Bilder, die stellvertretend für Wörter, Sätze oder schriftliche Gefühlsausdrücke verwendet werden. Emojis können in Form von Tieren, Dingen, (Hand-)Zeichen oder Gesichtern vorkommen. Eine besondere Form der Emojis sind die Emoticons. Das sind einzelne Zeichen, die Stimmungs- und Gefühlszustände beschreiben. Smileys sind besonders beliebte Emoticons, für deren Entstehung brauchte es nur zwei Tasten: ein Doppelpunkt und eine schließende Klammer - und schon entstand ein ☺️.

Memes

Memes (ausgesprochen „miːm“) sind kreative Inhalte, die meist übers Netz verbreitet werden. Bekannt sind etwa Bilder mit Sprechblasen, bewegte Fotomontagen oder selbstgebastelte Kurzvideos. Wichtig ist eine kurze, prägnante Aussage, die meistens humorvoll, manchmal auch satirisch oder gesellschaftskritisch ist.

Memes können selbst gemacht sein oder sie bestehen aus vorgefertigtem Material aus dem Netz, wie Videos, Fotos oder Textzitate, die in einem neuen – meist witzigen oder absurden – Kontext gestellt werden. Werden Memes weltweit geteilt, können sie einen unglaublichen Hype auslösen. Ein solches Internetphänomen sind zum Beispiel die „LolCats“, das sind Katzenbilder mit absichtlich falsch geschriebenen Kommentaren darauf. Auch die „Countryballs“ sind beliebt. Die gezeichneten Kreise mit verschiedenen Länderflaggen unterhalten sich auf satirische Weise miteinander.

Eine Katze editiert einen Artikel © slava / Wikipedia / CC BY SA 2.5
Die „Countryballs“ unterhalten sich miteinander © GuguboWIKI / Wikipedia / CC BY 3.0

Auf den Punkt gebracht: Memes, Urheberrecht und Uploadfilter

Fotografien, Zeichnungen oder Videos sind mittels digitaler Bearbeitungsprogramme leicht zu verändern. Wenn es sich dabei allerdings nicht um deine eigenen Werke handelt, musst du achtgeben, dabei nicht das Urheberrecht zu verletzten. Werden Werke anderer verändert, braucht es die Zustimmung der Personen, die sie gemacht haben. Um das Urheberrecht im Netz besser zu schützen, sollen in Zukunft „Uploadfilter“ dafür sorgen, dass nur Inhalte hochgeladen werden können, deren Urheberrechte geklärt sind. Dieses Vorgehen hat allerdings auch viele KritikerInnen, die eine Einschränkung des kreativen und freien Zugangs zu Medien und Informationen befürchten.

Guerilla-Humor im Netz

Memes sind nicht immer nur Bilder, Videos oder Texte. Auch virale Scherze, die große Verbreitung finden, sind Teil der Meme-Netzkultur. Wie etwa die „Bielefeld-Verschwörung“. In dieser wird in Diskussionsbeiträgen und Kommentaren auf Internetplattformen behauptet, die deutsche Stadt Bielefeld existiere überhaupt nicht. Mittlerweile hat die Stadt Bielefeld sich diese Bekanntheit zu eigen gemacht und sogar ein eigenes Denkmal dazu kreiert.

Beliebt sind auch Überschreibungen oder falsche Verlinkungen. Youtube erlaubte sich mit einem solchen Meme am 1. April 2008 einen Scherz. An diesem Tag wurden zahlreiche Songtitel falsch verlinkt. Klickten die NutzerInnen auf ihre Lieblingstitel kamen sie immer zum selben Video von Rick Astley. Hashtags sind besonders beliebte Meme-Vorlagen. 2011 kursierte im Netz der Hashtag #ReplaceMovieNamesWithVoldemort, der dazu aufforderte einzelne Wörter in Filmtiteln durch den Namen Voldemort zu ersetzen.

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gedruckt am: Montag, 3. Mai 2021