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Das war der Chat zum Thema "Meinungsfreiheit im digitalen Raum" am 27.04.2026

Ohne Meinungsaustausch, Postings, Chats, Kommentare und Reels ist das Internet nicht vorstellbar. So wie in der „realen“ Welt braucht es auch in der digitalen Welt Spielregeln, damit das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht missbraucht wird. Durch Aspekte wie die hohe Geschwindigkeit, die große Reichweit und die Anonymität ergeben sich im Netz aber besondere Herausforderungen im verantwortungsvollen Umgang mit diesem wichtigen Menschenrecht.

Zu den vielen Facetten des Themas „Meinungsfreiheit im digitalen Raum“ haben sich die Schülerinnen und Schüler der 7b/7r des Bundesgymnasiums für Slowenen aus Klagenfurt (Kärnten) mit Frau Bundesrat Antonia Herunter (ÖVP) sowie den beiden Abgeordneten zum Nationalrat Andreas Haitzer (SPÖ) und Alma Zadic (Die Grünen) im Videochat der DemokratieWEBstatt ausgetauscht. In ihren komplexen Fragen wurde erkennbar, dass vielen der jugendlichen Chatteilnehmerinnen und -teilnehmern Hassreden, rassistische Äußerungen, Fake News, fragwürdige Slogans und radikale Inhalte bereits im Netz begegnet sind. Mehrere Fragen drehten sich um die persönlichen und gesetzlichen Grenzen der Meinungsfreiheit. Wo verläuft der manchmal schmale Grat zwischen Kritik oder Satire und Beleidigung? Und wer hat darüber zu entscheiden? Die Schulklasse interessierte sich auch dafür, wie nationale und internationale gesetzliche Regelungen (z.B. der Digital Service Act der EU) durchgesetzt werden können. Die Politikerinnen und der Politiker im Chat wurden von den Jugendlichen aufgefordert, sich in die Rolle einer oder eines 15-Jährigen zu versetzen, von der bzw. dem ein intimes Foto in den Sozialen Medien aufgetaucht ist. Wie sie sich dann verhalten würden, wollten die jungen Kärntnerinnen und Kärntner wissen.
Im Rahmen einer Umfrage sprach sich eine deutliche Mehrheit der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 14 aus. 
Auch Lösungsansätze wurden in den rund 90 Minuten diskutiert: Wie die Forderung nach Klarnamen bzw. eindeutig zuordenbaren IP-Adressen, die Notwendigkeit von geschulten Ansprechpersonen sowie unterstützenden Einrichtungen für Opfer von Gewalt im Netz. Manchmal kann schon eine kleine Aktion, wie zum Beispiel etwas Positives zu posten, einen Unterschied machen. Ein wichtiger Appell lautete außerdem, Zivilcourage auch im Netz zu zeigen, um Opfern von Mobbing oder Hassreden zu unterstützen. Ein klares Gesprächsergebnis war, dass die Verantwortung nicht nur bei den einzelnen Userinnen und Usern, sondern auch bei den Betreiberfirmen großer Plattformen sowie Telekom-Anbietern liegt.

Um Meinungsfreiheit im digitalen wie im nichtdigitalen Raum zu schützen, ist sowohl Medienbildung als auch Demokratiebildung für Userinnen und User nötig. Wir sind der Meinung: Mit dem offenen Austausch zwischen Jugendlichen und Politikerinnen und Politikern im DemokratieWEBstatt-Chat wurde am Montag ein guter Schritt in diese Richtung gesetzt!

Schuelerinnen und Schueler des BGBRG für Slowenen beim Chat zum Thema „Meinungsfreiheit im digitalen Raum“
Schuelerinnen und Schueler des BGBRG für Slowenen beim Chat zum Thema „Meinungsfreiheit im digitalen Raum“

Herzlichen Dank an alle Beteiligten:

die Schülerinnen und Schüler der 7b und 7r des BGBRG für Slowenen Klagenfurt (KTN) mit ihrer Lehrkraft Felizian Ibounig

... die beteiligten Mandatarinnen und Mandatare

ÖVP: BR Antonia Herunter
SPÖ: NR-Abg. Andreas Haitzer
GRÜNE: NR-Abg. Alma Zadic

Lerne Politikerinnen und Politiker besser kennen

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-sag-deine-meinung/chat-mit-politikerinnen-politikern-2026-04-27
gedruckt am: Mittwoch, 29. April 2026