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Tipps fürs Argumentieren, Reden und Überzeugen

Manchmal ist es gar nicht so leicht, seine eigene Meinung zu sagen: Wenn man anderer Meinung ist als die Mehrheit und man Angst hat, vielleicht ganz allein mit seiner Meinung dazustehen. Wenn die Gefahr besteht, die beste Freundin oder den besten Freund mit dem eigenen Standpunkt zu verletzen. Und was, wenn man den eigenen Standpunkt auch noch öffentlich vertreten soll, in der Klasse oder bei einem gemeinsamen Projekt? Das erfordert Mut und fällt nicht immer leicht. Mutig ist aber auch, wer sich mit anderen Meinungen auseinandersetzt, ohne diese gleich von vornherein auszuschließen. 

 

Argumente sammeln, um zu überzeugen

Wohin soll der nächste Familienausflug gehen und wie wird die Gemeinschaftsecke in der Klasse gestaltet? Auch in der Familie und in der Schule ist es wichtig, verschiedene Meinungen anzuhören und Argumente zu sammeln, um andere dafür zu begeistern. 

 

Auf den Punkt gebracht: Eine gute Diskussionskultur ist erlernbar

Schon in der Antike wussten die Menschen Schlagfertigkeit und Überzeugungskraft zu schätzen. „Rhetorik“ oder „Redekunst“ wurde die Disziplin genannt, die sogar bei eigenen Redelehrern erlernt werden konnte. Um eine gute Diskussion zu führen, kann man sich noch heute einiges von den Alten Griechen abschauen. Wichtig ist, bei Argumenten und Gegenargumenten auf Belege, Zitate und anschauliche Beispiele zurückzugreifen. Jeder Widerspruch soll sachlich argumentiert werden, ohne sich dabei im Tonfall zu vergreifen. Beschimpfungen und persönliche Angriffe schwächen deine Argumentation!

Deine Argumente sollen den anderen klar machen, warum du dieser Meinung bist und gute Gründe liefern, sich deiner Meinung anzuschließen. Je mehr Argumente du auf deiner Seite hast, desto leichter wird es, andere von deinem Standpunkt zu überzeugen. Und je mehr Informationen und Wissen du zu einem Thema hast, desto sicherer kannst du argumentieren und deine Meinung vor anderen vertreten. Umgekehrt kannst du so aber auch leichter ein Argument widerlegen und Gegenargumente finden. Nicht jede Diskussion muss in einer Einigung enden. Vielmehr geht es um den Austausch. Verschiedene Meinungen können auch nebeneinandergestellt werden, ohne dass eine Meinung falsch und die andere richtig ist.

 

Nachgefragt: Was sind Vorurteile? 

Vorurteile sind vorschnell getroffene Beurteilungen. Im Gegensatz zu einem Argument stützt sich ein Vorurteil nicht auf Wissen. Oft werden nur Vermutungen und Verallgemeinerungen angestellt und nicht selten spielt dabei auch Furcht eine große Rolle. Vorurteile zu entlarven, ist nicht immer leicht. Deshalb ist es wichtig, sich bei der eigenen Meinungsbildung immer die Frage zu stellen, ob man selbst genug Wissen und Fakten gesammelt hat, um ein gutes und kritisches Urteil fällen zu können, und keinem Vorurteil aufzusitzen

 

 

Jetzt rede ich! Tipps für ein sicheres Auftreten

Egal ob bei einem Referat, einer Rede, oder einer Frage, die du vor vielen Menschen stellen willst, die eigene Meinung zu vertreten, kann ganz schön aufregend sein! Lampenfieber vor solchen Auftritten ist ganz normal. Auch Politiker und Politikerinnen, Musiker und Musikerinnen oder Schauspieler und Schauspielerinnen kennen die Nervosität, die ausbricht, wenn man vor Publikum sprechen soll. Ein bisschen Lampenfieber ist sogar gut, weil es hilft, sich besser zu konzentrieren. Aber schlaflose Nächte, schlotternde Knie und kalter Schweiß müssen nicht sein!

 

Wir haben ein paar Tipps und Tricks für ein selbstsicheres Auftreten, die gegen das Lampenfieber helfen: 

Rechtzeitig mit der Vorbereitung starten

Eine gute Vorbereitung gibt Sicherheit! Versuche rechtzeitig mit deiner Präsentation anzufangen, um nicht kurz vor dem großen Ereignis in Hektik zu verfallen.
Mit der Kraft der Gedanken arbeiten

Stell dir die Situation gedanklich vor und spiele sie im Kopf durch. Male dir aus, wie alles ganz wunderbar klappen wird.
Übung macht den Meister!

Am besten kannst du vorab vor Freunden und Freundinnen oder deiner Familie üben.
Tief durchatmen

Versuche mit beiden Beinen fest den Boden zu spüren und atme dreimal langsam und tief ein und wieder aus, das nimmt die Nervosität.
Auf Augenhöhe bleiben

Versuche Augenkontakt mit dem Publikum herzustellen. Am besten suchst du dir ein paar freundliche Gesichter!
Zeit lassen

Dazwischen immer wieder kurze Pausen einlegen (deshalb haben zum Beispiel Talkshowgäste im Fernsehen oder Wissenschafter und Wissenschafterinnen bei einem Vortrag immer ein Glas Wasser vor sich)
Patzer sind erlaubt!

Ein kleiner Versprecher ist nicht schlimm, das nimmt die Anspannung!

Feedback geben


Wer kennt dieses Dilemma nicht: Deine besten Freundinnen haben sich zerstritten und beide fordern nun deine Unterstützung ein. Du kannst den Streit aber gar nicht nachvollziehen und bist eigentlich ganz anderer Meinung. Ist es dann besser, zur eigenen Meinung zu stehen oder lieber gar nichts zu sagen und drauf zu hoffen, dass jemand anderer den beiden ehrlich die Meinung sagt?

Eine wirklich verzwickte Situation! Es ist manchmal gar nicht so leicht, seine eigene Meinung zu vertreten, ohne dass sich dabei jemand persönlich angegriffen fühlt. Und gerade bei Freundschaften kann das manchmal ganz schön schwierig sein. Es gibt aber ein paar Regeln, die helfen können, die eigene Meinung zu vertreten, ohne andere damit zu verletzen.

Wenn eine Freundin oder ein Freund deine Meinung über etwas wissen will, nennt man das in der Psychologie „Feedback geben“. Du sagst anderen etwas darüber, wie du sie siehst und einschätzt. Für eine solche Rückmeldung gibt es Regeln, die helfen, den anderen mit der eigenen Meinung nicht bloßzustellen:

Wichtige Feedback-Regeln



Auf den Punkt gebracht: „Likes, Sternchen, Punkte und Herzchen. Wie digitale Bewertungen unsere Aufmerksamkeit und Meinung lenken“

Ein Klick und schon ist das Urteil getroffen und das Feedback veröffentlicht. Mit Likes, Sternchen oder Herzchen zeigen wir in den Sozialen Medien, welche Meinungen, Orte und Bilder uns gefallen oder missfallen. Im Netz sind die interaktiven Symbole ein mächtiges Instrument, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie sind eine schnelle Möglichkeit, die eigene Meinung sichtbar zu machen, können aber nur eine Momentaufnahme zeigen. Was heute missfällt, kann morgen schon wieder im Trend sein. Es lohnt sich Dinge selbst auszuprobieren und sich von Bewertungen nicht allzu sehr beeindrucken zu lassen. 

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gedruckt am: Mittwoch, 28. Jänner 2026