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Rechte und Grundrechte

Gesetze sollen ein friedliches Zusammenleben in einer großen Gemeinschaft regeln und erleichtern. Sie legen fest, was man tun muss, tun darf oder nicht tun darf.
 Die Rechte in einem demokratischen Staat sollen ermöglichen, dass man – so weit als möglich – selbst bestimmen kann, wie man leben möchte. Eine wichtige Frage dabei ist, wie weit diese Freiheit von jeder und jedem Einzelnen gehen darf.


Gesetze können natürlich nicht alles regeln. Wenn du mit deinen FreundInnen oder deiner Familie zusammen bist, musst du dir letztendlich meist selbst überlegen, welche deiner Handlungen richtig und welche falsch sind. Oft gibt es auch „ungeschriebene Gesetze“: Ob du z.B. ein Recht darauf hast, das Tablet deiner Eltern mitzubenutzen, steht nirgendwo geschrieben, aber vielleicht habt ihr euch Regeln dazu überlegt.



Hier kannst du ausprobieren, solche Familienregeln als Gesetz zu formulieren!

Recht haben…
„Na gut, du hast ja recht!“, sagt ein Freund, und damit ist der Streit beendet. 
Im Alltag ist es mal mehr, mal weniger wichtig, wer recht hat. Juristisch („gesetzlich“) aber macht es einen großen Unterschied, ob du ein bestimmtes Recht hast, oder eben nicht!
Die Rechte, die in Österreich gelten, sind in Gesetzen und Rechtsvorschriften festgelegt. Das Recht ist verbindlich, das heißt, man kann sich nicht einfach „aussuchen“, ob man sich an das Recht halten möchte oder nicht: Alle Menschen, die in Österreich leben, müssen sich an das österreichische Recht halten! Auch der Staat muss sich an das Recht halten. Dies ist ein Kennzeichen eines Rechtsstaates. Siehe auch das vorangegangene Kapitel  „Was ist eine Verfassung?“ und das Kapitel „Österreich ist ein Rechtsstaat“ in der Rubrik Angekommen.

… und Recht bekommen
Wenn sich jemand nicht an Gesetze hält und dir Unrecht getan wird, dann kannst du auf eine bestimmte, genau festgelegte Art dein Recht einfordern und zum Beispiel vor Gericht gehen. Das Gericht wird dann entscheiden, ob deine Forderung berechtigt ist und „Recht sprechen“.

Die Rechte können also mit Hilfe von Behörden wie Gemeinde, Magistrat, Polizei, Finanzamt oder dem Gericht durchgesetzt werden; diese arbeiten für den Staat
Wichtig ist: Nur der Staat darf das Recht durchsetzen. Notfalls kann er sogar jemanden bestrafen oder zu etwas zwingen, z.B. seine oder ihre Schulden zurückzuzahlen, wenn er oder sie das nicht freiwillig macht.
Auch wenn du dich „im Recht fühlst“, darfst du nicht selber für „Recht und Ordnung“ sorgen! Du darfst z.B. nicht jemanden bestehlen, selbst wenn du von dieser Person bestohlen wurdest! Ansonsten würde bald Chaos herrschen, weil jede und jeder vielleicht ein bisschen unterschiedliche Meinungen dazu hat, was „gerecht“ ist. „Jede und jeder soll sich darauf verlassen können, dass das Zusammenleben nach Regeln verläuft, die für alle gleich sind.“ (Zitat aus: www.unsereverfassung.at)

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gedruckt am: Samstag, 16. Dezember 2017