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Mit Geld richtig umgehen (lernen)

Im Alltag werden wir immer wieder mit Fragen übers Geld konfrontiert: Wir gehen einkaufen, wir sehen Dinge, die wir gerne haben wollen. Wir hören von Geldsorgen und davon wie schwierig es oft ist, mit Geld vernünftig umzugehen. Solche Überlegungen machen wir uns alle, denn manchmal ist es gar nicht so einfach, die eigenen Finanzen im Griff zu haben. Wichtigste Tipp im Umgang mit Geld: Den Überblick über Einnahmen und Ausgaben behalten!

Vom Geld einnehmen und ausgeben

Geld, das wir zum Leben brauchen und das wir regelmäßig Monat für Monat ausgeben, nennt man Lebenshaltungskosten oder Haushaltsausgaben. Darunter fallen Kosten fürs Wohnen, für Strom und Heizung, für Essen, fürs Auto oder für die Straßenbahnkarte, fürs Handy, für Hobbies, für Kleidung und Schuhe, für Zeitschriften und für den Kinobesuch. Also für all das, was wir zum Leben brauchen und was unser Leben angenehmer macht.

Das erste eigene Geld

Mit Geld umgehen lernen kann man gar nicht früh genug lernen. Viele Kinder bekommen von ihren Eltern Taschengeld. Ein Recht auf Taschengeld gibt es aber nicht. Das erste eigene Geld kannst du beim Ferienjob oder im Rahmen deiner Ausbildung erhalten. Je nachdem wie alt du bist, kannst du Entscheidungen über das Geld, das du bekommst, allein oder gemeinsam mit deinen Eltern treffen. Was du dir für dein Geld kaufen kannst, ist aber nicht nur davon abhängig, was du mit deinen Eltern vereinbart hast, sondern es ist auch gesetzlich geregelt. Um selbst über sein Geld zu entscheiden, muss man „geschäftsfähig“ sein, wie es in der Amtssprache heißt. Voll geschäftsfähig ist man erst ab dem 18. Geburtstag.

Gesetzliche Altersvorgaben beim Umgang mit Geld

4 Tipps für den richtigen Umgang mit Geld

1

Durchschauen

Durchschauen

Einnahmen und Ausgaben im Überblick behalten

2

Überlegen

Überlegen

Kaufüberlegungen anstellen und Preise vergleichen

3

Vorausschauen

Vorausschauen

Verträge, offene Rechnungen und Kündigungsfristen im Blick behalten

4

Anlegen

Anlegen

Sparziele setzen

Achtung Schuldenfallen

Immer mehr Menschen sind schon in jungen Jahren verschuldet. In den Schuldenberatungsstellen holen sich auch viele Jugendliche und junge Erwachsene Hilfe, dort wird bereits jedes vierte Erstgespräch mit jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren geführt. Grund dafür sind neben den gestiegenen Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel und Energiekosten vor allem Schuldenfallen, wie Handy, Internet und Co.

  • Viele Geldsorgen entstehen durch Kosten fürs Surfen und Telefonieren am Smartphone, aber auch das Shoppen im Internet kann zur Schuldenfalle werden. Oft braucht es nur wenige Klicks und schon ist ein Kauf getätigt.
  • Online Bezahldienste bieten oftmals die Möglichkeit der Ratenzahlung an. Nutzt man das zu oft, läuft man Gefahr den Überblick über die anfallenden Raten zu verlieren.
  • Die Möglichkeit etwas gleich zu kaufen, aber erst später zu zahlen (Buy now – pay later) kann ebenfalls zu Zahlungsproblemen führen.
  • In-App-Käufe am Handy und auf Plattformen (das sind Einkäufe, die zum Beispiel bei einem Computerspiel zusätzliche Funktionen freischalten) können eine Kostenfalle darstellen, ebenso wie vermeintlich kostenlose Angebote im Internet.

Bei vielen dieser Einkaufsmöglichkeiten verliert man leicht den Überblick. Werden Rechnungen aber nicht fristgerecht bezahlt, entstehen hohe Kosten, die einen rasch über den Kopf wachsen können.

Nachgefragt: Was sind Finfluencer?

Aus den englischen Wörtern „finance“ und „influencer“ ist das Wort Finfluencer entstanden. Damit sind Personen gemeint, die auf Plattformen oder in sozialen Netzwerken Wissen über Finanzen verbreiten. Manche versprechen dabei, durch ihre Tipps rasch ein Vermögen machen zu können. Laut einer Schweizer Studie hat aber nur ein Viertel dieser Personengruppe tatsächlich Finanzkompetenzen, der Rest wird als ungelernt und sogar unqualifiziert eingestuft. Werden hohe Gewinne versprochen, ist generell Vorsicht geboten.

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gedruckt am: Samstag, 20. Juli 2024