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Was macht eine Bank?

Banken fungieren im Geldkreislauf als Finanzdienstleister mit deren Hilfe die Einnahmen und Ausgaben zwischen Staat, Unternehmen und Privathaushalten abgewickelt werden. Gleichzeitig sind sie als Unternehmen ebenso Teil des Geldkreislaufes.

Der Name Bank leitet sich vom italienischen Wort für Tisch „banca“ ab. Früher wurden Geldgeschäfte in Italien auf einem großen Tisch gemacht, dort wurden alle Münzen ausgebreitet und das große Rechnen konnte beginnen. Dieser Name hat sich – leicht verändert – in vielen Ländern durchgesetzt: Banque auf Französisch, bank auf Englisch oder im deutschsprachigen Raum Bank.

Auch das Wort Konto stammt vom italienischen „conto“ ab und bedeutet „Rechnung“. Und genauso wie auf einem Rechnungsbeleg finden sich auch auf einem Konto nur Zahlen – also Buchgeld.

Auf einem Konto werden alle Einnahmen, wie zum Beispiel das Gehalt, das man im Monat für seine Arbeitsleistung bekommt, und alle Ausgaben, wie zum Beispiel die Kosten für Miete, Strom und Lebensmittel, eingetragen.

Nachgefragt: Gibt es einen Unterschied zwischen einem Erwachsenen- und einem Jugendkonto?

Auch Kinder und Jugendliche können bereits ein Konto bei einer Bank eröffnen. Vor dem 14. Geburtstag ist die Kontoeröffnung aber nur mit der Zustimmung der gesetzlichen Vertreter:innen möglich. Ein Jugendkonto unterliegt bestimmten Schutzbestimmungen. Es kann nur so viel Geld abgehoben werden, wie auch tatsächlich am Konto ist. Das Überziehen eines Jugendkontos ist in der Regel nicht möglich.

Bleibt etwas von dem eingenommenen Geld am Konto übrig, legen es viele Menschen auf ein Sparbuch. Geld auf einem Sparbuch liegt aber nicht einfach in einem Tresor rum, es „arbeitet“ und bekommt Zinsen.

Das funktioniert, weil Banken mit dem eingezahlten Geld ihrer Kund:innen arbeiten. Vereinfacht dargestellt: Da nicht alle Sparer:innen ihr Geld zur gleichen Zeit wieder benötigen, kann die Bank einen Teil davon weiterverleihen, z.B. an andere Menschen, die grade Geld brauchen. Dafür bekommt die Bank selbst wieder Zinsen, die sie zu einem kleinen Teil an die Sparer:innen abgibt. Am Ende eines Jahres wird das von der Bank erwirtschaftete Geld auf den Sparkonten gutgeschrieben.

Das Geld, das eine Bank verleiht, nennt man Kredit. Erwachsene können sich einen Kredit aufnehmen, wenn sie zum Beispiel ein Haus bauen wollen oder eine Firma gründen möchten und Startkapital brauchen. Bei einem Kredit muss man aber nicht nur die ausgeborgte Summe zurückzahlen, sondern mehr. Das nennt man auch Kreditzinsen. Solche Zinsen richten sich nach der Höhe des geliehenen Betrages und nach der Laufzeit des Kredits, also der Zeit, die man braucht, um das Geld wieder zurück zu zahlen.

Nationale Zentralbanken

Neben den Banken, bei denen wir Geld von unserem Konto abheben können, gespartes Geld einzahlen oder Rechnungen überweisen können, hat jedes Land auch eine nationale Zentralbank. In Österreich ist das die Oesterreichische Nationalbank (OeNB).
Zentralbanken sind als einzige Banken berechtigt, Geldscheine und Geldmünzen herzustellen.

Weitere Aufgaben einer Zentralbank

  • Sorgt dafür, dass die Währung stabil bleibt.
  • Verwaltet Währungsreserven, wie etwa Gold und Fremdwährungsbestände, die zur Absicherung des  - in unserem Fall - Euros in Krisenzeiten angelegt werden.
  • Beobachtet die Finanzsituation, wie zum Beispiel die Aktienmärkte in Europa und weltweit.
  • Beaufsichtigt den Zahlungsverkehr im Land.

Da Österreich Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes ist, ist die OeNB eine von 27 nationalen Zentralbanken der EU. Diese nationalen Zentralbanken sind die Eigentümer der Europäischen Zentralbank, gemeinsam bilden sie das Eurosystem.

Hauptgebäude der OeNB (Österreichischen National Bank) © Wikipedia / C.Stadler/Bwag / CC-BY-SA
Die Europäische Zentralbank, Frankfurt am Main © Wikipedia / Oliver Wendel / CC0

Nachgefragt: Was ist der Leitzinssatz?

Eine wichtige Aufgabe der Zentralbanken ist die Sicherstellung einer stabilen Währung. Um dies zu gewährleisten, wird von der EZB auch der sogenannte Leitzinssatz festgelegt. Der Leitzins bestimmt wie viele Zinsen die Banken bei der EZB bekommen beziehungsweise zahlen müssen. Diese Zinshöhe kann dann von den Banken an ihre Sparer:innen und Kreditnehmer:innen weitergegeben werden. Damit soll dafür gesorgt werden, dass das Verhältnis zwischen Geld und Waren stabil bleibt. Ist zu viel Geld im Geldkreislauf sinkt sein Wert und es droht eine Inflation. Für eine stabile Wirtschaft wird eine Inflationsrate von nicht mehr als 2 Prozent vorgegeben.

Finanzmärkte

Wenn wir von einem Markt sprechen, können wir damit einen Weihnachtsmarkt, einen Flohmarkt oder einen Supermarkt meinen. Es gibt aber auch einen Finanzmarkt, dort wird mit Waren, Währungen, Anlagen (wie etwa Versicherungen) und vielen anderen Dingen gehandelt.

Den Marktplatz für diese Waren- und Geldgeschäfte nennt man Börse. All die Dinge, mit denen an der Börse gehandelt wird, werden aber nicht mehr direkt auf den Marktplatz gebracht, sondern es wird nur mehr mit ihrem Wert – in Form von Aktien – gehandelt. Eine Aktie ist eigentlich nichts weiter, als ein Stück Papier, auch Wertpapier genannt. Mit einem solchen Papier gehört einem ein kleiner Teil eines Unternehmens und man wird zum Aktionär oder zur Aktionärin. Kann ein Unternehmen Gewinne machen, steigt auch der Wert der Aktie, macht das Unternehmen aber Verluste oder geht gar pleite, dann sind die Aktien viel weniger oder gar nichts mehr wert. Der Aktienmarkt ist also immer auch mit Risiken verbunden.

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-geld-und-konsum/welt-und-geld/was-macht-eine-bank
gedruckt am: Freitag, 19. April 2024