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Wie hat Demokratie eigentlich angefangen?

Die Demokratie hat ihren Ursprung in Griechenland, genauer gesagt in Athen. Stell dir vor, dort haben sich erste Formen der Demokratie schon vor mehr als 2500 Jahren entwickelt.
Aber wie ist es dazu gekommen?

Die Landschaft ist dort sehr bergig, es gibt zerklüftete Küsten und viele kleine Buchten und Inseln. Das hat dazu beigetragen, dass sich damals kein großes Königreich gebildet hat, sondern viele kleine Stadtstaaten. Diese waren alle unabhängig voneinander. Die Stadtstaaten wurden auch Polis genannt und die größte unter ihnen war Athen.

Ansicht der Überreste der antiken Akropolis in Athen vor einem blauen Himmel
Akropolis Athen © Edler von Rabenstein / Clipdealer

In Athen wählte das Volk sogenannte Archonten. Das waren adelige Beamte, die jeweils für ein Jahr regierten. Damit war Athen aber noch lange keine Demokratie, denn zum Archonten konnten nur Adelige werden. Die Bürger, die sich an der Wahl beteiligen durften, hatten oft Schulden bei den Adeligen und mussten ihnen ihr Wahlrecht abtreten.
So kam es, dass die Adeligen die Macht im Staat an sich rissen und die Bauern, Hirten, Fischer, Handwerker und Tagelöhner fast keine politischen Rechte besaßen.

Als es zu großen Unruhen kam, wurde 594 v. Chr. Solon zum Archonten gewählt. Er sollte als eine Art Friedensrichter dafür sorgen, dass wieder Ruhe und Ordnung einkehrt. Solon schuf einige Gesetze, in denen die Rechte und Pflichten der Bürger festgelegt waren. Diese Gesetze ließ er auch erstmals aufschreiben, damit jeder Bürger sich darüber informieren konnte. Außerdem teilte er die Gesellschaft in vier Klassen von Bürgern ein: Großgrundbesitzer, Handwerker und Händler, Bauern und Tagelöhner. Damit die armen Leute ihre Stimme bei Wahlen nicht an die Adeligen abgeben mussten, befreite er sie von ihren Schulden.
Damit schuf er ganz wesentliche Voraussetzungen für eine Demokratie. Aber auch wenn alle Bürger die Volksversammlung wählen durften, so konnten nur Angehörige der reichsten Schicht ein Staatsamt übernehmen. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung hielt an und es kam für einige Zeit wieder zu einer Diktatur.

507 v. Chr. kam es erneut zu einer Blütezeit der Demokratie. Kleisthenes führte wieder eine Volksversammlung ein und stellte alle männlichen Bürger rechtlich gleich. Zu den Bürgern zählten aber nur bestimmte männliche Einwohner, keine Frauen, Sklaven und Zuwanderer. Sie blieben davon also ausgeschlossen. Die Bürger waren nun automatisch Mitglieder der Volksversammlung und hatten das gleiche Stimmrecht. Außerdem konnte sich jeder für ein Amt wählen lassen.

Die Demokratie in Athen endete, als Alexander der Große von Mazedonien 338 v. Chr. die Stadt eroberte und Athen Teil des mazedonischen Königreichs wurde.

Lesco hat herausgefunden, ...

... dass Polis soviel wie “Stadt“ bedeutet. Auch das Wort Politik leitet sich davon ab. Als Polis wurden im antiken Griechenland die Stadtstaaten bezeichnet und zu den Bürgern, die sich um den Stadtstaat kümmerten, sagte man Politis.

 

Ist dir schon aufgefallen, ...

... dass hier nicht von Bürgerinnen, Bäuerinnen, oder Handwerkerinnen die Rede ist? Das ist Absicht, denn Frauen durften damals gar nicht wählen. Politik war also eine reine Männersache.

 

 

Solon gilt als der Begründer der Demokratie!

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gedruckt am: Freitag, 28. Juli 2017