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Musik und Zensur

Unliebsame Lieder, unerwünschte Klänge und verfolgte MusikerInnen haben in Vergangenheit und Gegenwart immer wieder gezeigt, dass Musik zum Politikum werden kann. Vor allem in totalitären Systemen werden Musikzensur und politische Kontrollmaßnahmen ausgeübt, um nicht regimekonforme Musik zu untersagen. Wenn etwa politische Textzeilen Anstoß erregen, Musikstile, die aus der Zeit fallen, verunglimpft werden oder MusikerInnen, die in einer unerwünschten Sprache singen, Auftrittsverbote erhalten.

Im Nationalsozialismus wurde Musik von jüdischen KünstlerInnen verboten, jüdische MusikerInnen wurden verfolgt und ermordet. Innovative Musikstile, wie Arnold Schönbergs „Zwölftonmusik“, durften nicht mehr aufgeführt werden. Auch der Jazz und weitere amerikanische Musikrichtungen wurden von der nationalsozialistischen „Reichsmusikkammer“ verboten und als „entartet“ diffamiert.

Nachgefragt: Was ist Freemuse?

Vor allem in Diktaturen kommt es noch heute zu Gewalt und Verfolgung von kritischen Musikschaffenden. Im Jahr 1998 wurde mit „Freemuse“ eine Menschenrechtsorganisation gegründet, die sich um die Rechte verfolgter MusikerInnen kümmert.

Freiheit und Grenzen der Musik

Musik unterliegt in Österreich der „Freiheit der Kunst“. Diese Kunstfreiheit wurde 1982 in der Verfassung verankert. Außerdem ist Musik durch die Meinungsfreiheit, die im Artikel 19 der Allgemeinen Menschenrechte festgeschrieben ist, geschützt. Welche Musik gespielt wird und welche Musik gehört wird, ist jedem Menschen selbst überlassen. Dennoch gelten auch bei Musik gesetzliche Regelungen, die es einzuhalten gilt. Wie etwa das in der Bundesverfassung festgeschriebene Verbotsgesetz der NSDAP und ihrer Ziele. Jede Form der nationalsozialistischen Wiederbetätigung ist damit untersagt. Das gilt auch für Lieder, wie etwa für das sogenannte „Horst Wessel Lied“, einem nationalsozialistischen Propagandalied. Außerdem ist die Verbreitung von Musik, die Gewalt, Diffamierungen oder extremistische Inhalte übermittelt, in Österreich verboten. 

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gedruckt am: Sonntag, 2. Mai 2021