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Bilde dir deine Meinung

Meinungen sind subjektive Werturteile. Um sich seine eigene Meinung bilden zu können, ist es wichtig, gut informiert zu sein. Podcasts, Filme, Zeitungsartikel, Fernsehberichte und Einträge auf Plattformen liefern zahlreiche Möglichkeiten, sich eine Meinung zu bilden. Werden durch Medien eine Vielzahl von Menschen gleichzeitig erreicht, spricht man von Massenmedien.

Massenmedien haben wichtige Aufgaben: Sie informieren über das öffentliche Geschehen, sie weisen auf Missstände hin und machen auf falsche Informationen aufmerksam. Sie bieten die Möglichkeit, sich Informationen zu beschaffen und sich eine Meinung zu bilden. Es gibt aber nicht DIE öffentliche Meinung, weil es immer viele verschiedene Ansichten gibt. Deshalb ist es wichtig, über die Macherinnen und Macher einer Zeitung, einer Internetseite oder eines Youtube-Videos Bescheid zu wissen, die dort verbreitete Meinung mit anderen Meinungen zu vergleichen und selbst zu entscheiden, wem man Glauben schenkt und welchen Nachrichten man vertraut.

 

Digitale Meinungsbildung

 

Heute wird der Großteil der Informationen im Internet – über ChatGPT oder in Sozialen Kanälen wie Instagram oder TikTok – gesucht und gefunden. Meist fehlen bei diesen Informationen die Quellenangaben. Das macht es schwierig, Informationen zu überprüfen. Auch die Zahl an absichtlicher Desinformation (Fake News) und Verschwörungstheorien nimmt zu. 

Gar nicht so leicht, sich im digitalen Infodschungel, eine Meinung zu bilden und richtige von falschen Informationen zu unterscheiden. Wie Umfragen (zum Beispiel von der OECD) zeigen, sind viele schon mal auf Fake News hereingefallen, denn Meldungen – vor allem wenn sie weitergeleitet wurden – überprüfen nur wenige Menschen. Durch neue Technologien, wie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Netz, wird es immer einfacher Bilder, Töne und Texte zu manipulieren. Solche „Deep Fakes“ können die Meinung beeinflussen. Sie schwächen aber auch das Vertrauen in etablierte Informationskanäle. Im Thema „Demokratie im digitalen Zeitalter“ kannst du mehr darüber erfahren.
 

So kannst du Informationen überprüfen

  • Kritisch bleiben: Sind die Infos glaubhaft? In welchem Schreibstil sind sie verfasst? Je emotionaler die Meldungen verfasst sind, desto vorsichtiger solltest du sein.
  • Urheberinnen und Urheber ausfindig machen: Kannst du feststellen, wer die Meldung verfasst hat? Gibt es eine Website oder eine Seite auf Social Media, die du dir anschauen kannst, um festzustellen, wer hinter der Nachricht steckt
  • Gegencheck starten: Eine wichtige Nachricht wirst du auf vielen verschiedenen Kanälen finden. Starte mit einer Suche im Netz oder schau auf etablierten Nachrichtenseiten nach.

In einer Demokratie ist Meinungsvielfalt wichtig

„I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it” - „Ich bin mit deiner Meinung zwar nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod dein Recht verteidigen, sie zu äußern“ Evelyn Beatrice Hall (1903)

Es gibt so viele Meinungen, wie es Menschen auf der Welt gibt. Aber wenn jeder und jede etwas anderes meint, wie können wir da gut miteinander auskommen? Meinungsvielfalt ist in einer Demokratie wichtig. Durch Meinungsvielfalt kann man den eigenen Standpunkt überprüfen. Was es dazu braucht? Respekt und Toleranz

Verschiedene Standpunkte und Lebensweisen zu akzeptieren und andere Meinungen zuzulassen, ist Voraussetzung für eine freie, friedliche und demokratische Gesellschaft. In einer Demokratie bedeutet das aber nicht nur, andere Auffassungen zu dulden, sondern auch, dass wir aufeinander zugehen und auch andere Meinungen kennenlernen. Es bedeutet, sich in die Situation anderer hineinzuversetzen und dafür Verständnis zu haben. Denn erst dann können wir andere verstehen und eine andere Meinung annehmen oder ablehnen.


Nachgefragt: Meinungseinfalt statt Meinungsvielfalt im Netz?

Soziale Medien finanzieren sich durch die Anzahl der Userinnen und User, die sie erreichen. Je emotionaler und spektakulärer die Meldungen sind, die über Soziale Kanäle geteilt werden, desto besser für die Betreiberfirmen. Was dort zählt sind also nicht Meinungsvielfalt und Faktenüberprüfung, sondern Reichweite und Aufmerksamkeit. Das ist vor allem dann problematisch, wenn Soziale Medien als einzige Nachrichtenquelle genutzt werden.

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gedruckt am: Mittwoch, 28. Jänner 2026