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(K)eine Welt ohne Umweltschutz?

Wir wissen, dass Umweltschutz für die Erde und für uns Menschen von großer Bedeutung ist. Dennoch geschieht der Umweltschutz nicht von selbst. Wir müssen alle dazu beitragen. Ohne Umweltschutz wird es die Welt, wie wir sie kennen, zukünftig nicht mehr geben.  

Warum sterben Tiere aus? 

Unsere Erde ist ein bunter und vielfältiger Planet, auf dem es eine große Fülle an Tieren und Pflanzen gibt. Diese biologische Vielfalt des Lebens nennt man auch Biodiversität.

Heutzutage sind leider viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht! Denn durch den Klimawandel und die Umweltverschmutzung verlieren immer mehr Tiere und Pflanzen ihre Lebensräume. Das hat verschiedene Gründe: 

  • Täglich werden beispielsweise hunderte Quadratkilometer Regenwald gerodet, um aus dem Holz der Bäume Möbel oder Papier herzustellen und Weideplätze für Nutztiere zu schaffen.
  • Durch die Abwässer, die in die Flüsse geleitet werden, werden Lebensräume von vielen Pflanzen zerstört und Fische vergiftet. 
  • Viele Tiere werden durch den Bau von Straßen und den Verkehr gestört. 
  • Durch die Erderwärmung schmelzen den Eisbären im wahrsten Sinne des Wortes „die Eisschollen unter ihren Pfoten weg.“
  • Die Regenwälder, in denen zum Beispiel die Orang-Utans leben, verdorren aufgrund der Hitze.
  • Einige Tiere sind auch vom Aussterben bedroht, weil sie von den Menschen gejagt werden, obwohl es eigentlich verboten ist. Dazu zählen Wale, Tiger, Elefanten, Gorillas und Schildkröten. 
Regenwald © Clipdealer / stillfx
Elefantenherde © Ikiwaner / Wikipedia / CC-BY-SA
Ein Eisbär auf Robbenjagd © Andreas Weith / Wikipedia / CC-BY 4.0

Jetzt könnte man sich denken, wenn eine Tierart ausstirbt, dann ist das zwar traurig, aber vielleicht verändert sich ja gar nicht so viel. Immerhin gibt es ja noch so unendlich viele andere Arten. Das stimmt aber nicht, denn alle Arten sind auf eine Weise miteinander verbunden und voneinander abhängig. 

Das ökologische Gleichgewicht

Das kannst du dir wie bei einem Netz vorstellen: Alle Fäden hängen irgendwie zusammen. Mit jedem Tier oder jeder Pflanze, die ausstirbt, löst sich ein Knoten, es entsteht ein Loch und das Netz geht langsam kaputt. Für ein stabiles Netz brauchen wir eine gute Balance zwischen allen Lebewesen. Das nennt man auch ökologisches Gleichgewicht

Welche Kettenreaktion das Aussterben einer Art auslösen kann, wird am Beispiel von Insekten deutlich. Zu den Insekten zählen beispielsweise auch Bienen, Schmetterlinge und Fliegen. Die Biodiversität bei Insekten hat sich in den letzten 10 Jahren um 25 Prozent reduziert, das heißt, ein Viertel aller Insektenarten sind ausgestorben.

Das Netz des ökologischen Gleichgewichts © Clipdealer / Walter J. Pilsak
Biene auf einer Apfelblüte © Parlamentsdirektion / Kinderbüro Universität Wien / Franz Stürmer

Die Folgen des Insektensterbens

Wenn wir nichts dagegen unternehmen, gibt es in 100 Jahren keine Insekten mehr! 
Für das Insektensterben gibt es vielfältige Gründe: Ihr natürlicher Lebensraum wird immer kleiner. Zudem werden immer mehr Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft sowie bei der Nahrungsmittelproduktion eingesetzt. Die Folgen davon sind katastrophal. Vögel oder Igel ernähren sich hauptsächlich von Insekten. Wenn die Insekten aussterben, fällt ihre Nahrungsgrundlage weg. Auch Bäume und Blumen sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig.

Das Insektensterben wirkt sich auch auf die Menschen aus. Ohne die Bestäubung gäbe es nicht diese Vielfalt an Nahrung, wie wir sie kennen: Über zwei Drittel aller blühenden Pflanzenarten sind davon abhängig, bestäubt zu werden. Insekten spielen auch bei der Schädlingsbekämpfung eine wichtige Rolle. Weil Insekten Schädlinge fressen, muss in der Landwirtschaft weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. 

Und stell dir vor: Wenn man die Bestäubung und andere Dienste, die Insekten leisten, in Geld umrechnen würde, käme man auf 153 Milliarden Euro – pro Jahr! Eine unvorstellbare Zahl, nicht wahr?

Internationaler Tag der Biodiversität

Am 22. Mai, dem „Internationalen Tag der Biodiversität“, werden wir jedes Jahr daran erinnert, wie wichtig die biologische Vielfalt ist. Er soll uns daran erinnern, dass es weltweit viel stärkere Anstrengungen benötigt, um den Schutz von Arten, Lebensräumen und genetischer Vielfalt sicherzustellen.

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-umwelt/keine-welt-ohne-umweltschutz
gedruckt am: Dienstag, 14. Juli 2020