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Eurovision Song Contest - ein Wettbewerb für Europa und darüber hinaus

ABBA und ihr Hit „Waterloo“, Udo Jürgens mit „Merci Cherie“ oder „Rise like a Phoenix“ von Conchita Wurst: Das sind nur einige der berühmten Namen und Wettbewerbstitel aus der mehr als 70-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contest (ESC). Der länderübergreifende Bewerb wurde als friedensstiftendes Fernsehereignis 1956 gegründet. Auch heute noch ist der Songcontest weltweit beliebt und verbindet Menschen über Ländergrenzen hinweg. Zahlreiche Länder nehmen Jahr für Jahr daran teil. Mit Ende des Kalten Krieges und der Öffnung Osteuropas sind seit 1990 viele weitere Länder dazugekommen.

Österreich konnte den Wettbewerb bereits zweimal gewinnen: Udo Jürgens im Jahr 1966 und Conchita Wurst im Jahr 2014.

Auf den Punkt gebracht: Ein bisschen Frieden für die Welt

1982 konnte Nicole mit ihrem Lied „Ein bisschen Frieden den ESC für die damalige Bundesrepublik Deutschland gewinnen. Nach dem Fall der Berliner Mauer prägten Friedenslieder und der Wunsch nach einem vereinten Europa weiterhin die Songauswahl vieler Länder. Das Gewinnerlied 1990 lautete „Insieme! Unite, unite Europe!“ von Toto Cutugno für Italien, Österreich schickte im selben Jahr Simone mit dem Lied „Keine Mauern mehr“ ins Rennen.

Eine der wichtigsten Regeln des ESC lautet, dass keinerlei politische Botschaften in den Songs enthalten sein dürfen. Unter großem medialem Aufsehen kommt es aber immer wieder zu Konflikten zwischen einzelnen Ländern. Wenn etwa durch Statements oder versteckte Botschaften andere Länder bewusst oder unabsichtlich provoziert werden.

Lied als Initialzündung für die „Nelkenrevolution“

Wie politisch ein scheinbar harmloses Lied werden kann, zeigte etwa der portugiesische Wettbewerbstitel „E depois do adeus“ von 1974. Beim Songcontest konnte das Lied über die gewaltsame Trennung eines Liebespaares durch den Krieg nur drei Punkte erlangen. Wenige Tage danach am 25. April 1974 wurde es zur Initialzündung der sogenannten Nelkenrevolution, die das Ende der Diktatur in Portugal einleitete. Der Song wurde im Radio gespielt und diente als akustisches Signal für die Vorbereitungen zum politischen Umsturz.

Nachgefragt: Was ist der Protestsongcontest?

Seit 2004 findet im Wiener Rabenhoftheater der kritische Musikwettbewerb „Protestsongcontest“ statt. Zeitgenössischen Protestsongs zu gesellschaftspolitischen Themen wie Umweltschutz, Globalisierung oder Rassismus wird hier eine Plattform geboten.

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/lebensbereiche/thema-politik-und-musik/musikland-oesterreich/ein-wettbewerb-fuer-europa-und-darueber-hinaus
gedruckt am: Donnerstag, 15. Juli 2021