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Stoppt Kinderarmut

Menschen, die den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie nicht aus eigener Kraft aufbringen können, brauchen Unterstützung. Sie haben in Österreich Anspruch auf unterschiedliche soziale Leistungen. Auch zahlreiche Organisationen und Vereine setzen sich für armutsbetroffene Menschen ein.

Staatliche Maßnahmen und Gesetze zur Bekämpfung von Kinderarmut

Der Staat hat die Aufgabe, die BürgerInnen mit verschiedenen Maßnahmen zu unterstützen („sozialstaatliche Maßnahmen“, Sozialleistungen). Verschiedene Geld und Sachleistungen helfen Menschen im Fall von Krankheit, Unfall, Behinderung, Alter, Arbeitslosigkeit und Armut, die Lebenssituation oder Notlage zu bewältigen, und am sozialen Leben teilhaben zu können.

Vom Steuersystem über das Pensions-, Bildungs- und Gesundheitssystem: In zahlreichen Bereichen kann der Staat durch die Gesetzgebung für möglichst große Chancengerechtigkeit sorgen. Finanzielle Unterstützung vom Staat gibt es oft in Form von Förderungen, etwa eine Wohnförderung, um einen Teil der Miete zu bezahlen. Teilweise werden Förderungen in Form von Gutscheinen vergeben (z.B. Lebensmittelgutscheine).

Beispiele für wichtige Förderungen

Bildung und Ausbildung für alle ermöglichen

Ein wichtiger Beitrag, um Armut zu vermeiden, ist der kostenlose Zugang zu Bildung. In Österreich kann jedes Kind zur Schule gehen, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Ein Mindestmaß an Schulbildung vergrößert die Berufschancen. Und die Unterrichtspflicht, die besagt, dass jedes Kind ab dem sechsten Lebensjahr in Österreich neun Schuljahre lang unterrichtet werden muss, beugt damit auch Armut vor: Denn mit der Unterrichtspflicht ist klar, dass Kinder nicht am Schulbesuch gehindert werden können.

Weitere Unterstützung bieten Maßnahmen, bei denen gratis Lernmaterialien wie Schulbücher oder Tablets zur Verfügung gestellt werden, oder kostenlose Nachhilfe-Angebote.

Wichtig sind darüber hinaus kostenlose Aus- und Weiterbildungsangebote außerhalb der Schule. Denn Menschen, die eine bessere Ausbildung haben, können auch mehr Geld verdienen.

Wer studieren möchte, aber weder selber die Kosten für ein Studium nicht zahlen kann, noch seine / ihre Eltern, kann um Studienbeihilfe ansuchen.

Kinderbetreuung und Freizeitangebote

Damit Menschen mit Kindern arbeiten gehen können, brauchen sie eine Kinderbetreuung, die sie sich auch leisten können Das gilt ganz besonders auch für Alleinerziehende, denn in Österreich sind Alleinerziehende und ihre Kinder überdurchschnittlich oft armutsgefährdet.
Werden öffentliche Gelder außerdem für die Planung und Gestaltung von Freizeitmöglichkeiten eingesetzt, haben auch Kinder aus armen Familien mehr Möglichkeiten, in der Freizeit außerhalb der Schule etwas zu unternehmen.

EU-Kindergarantie und ihre nationalen Umsetzungspläne

Die Europäische Garantie für Kinder ist eine Initiative der Europäischen Kommission, um Kinderarmut zu bekämpfen und Chancengleichheit zu fördern. Die Mitgliedsstaaten sollen bedürftigen Kindern bis zum Jahr 2030 einen kostenlosen und effektiven Zugang zu wichtigen Diensten garantieren.

Dazu zählen Zugang zu

  • frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung
  • inklusiven Bildungsangeboten und schulbezogenen Aktivitäten
  • mindestens einer gesunden Mahlzeit pro Schultag
  • zur Gesundheitsversorgung
  • gesunder Ernährung
  • angemessenem Wohnraum

Dazu sollen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Kommission ein Nationalen Aktionsplan vorlegen, in dem beschrieben wird, wie die EU-Kindergarantie im jeweiligen Land verwirklicht werden soll.

Auch die österreichische Bundesregierung. hat sich 2021 zu den Zielen und Anliegen der Europäischen Garantie für Kinder bekannt. Sie soll in Österreich im Rahmen des „Programms Kinderchancen“ umgesetzt werden.

Gemeinsam gegen Kinderarmut und Ausgrenzung

In Österreich gibt es zahlreiche Initiativen, die sich für armutsbetroffene Kinder und Jugendliche einsetzen. Hier findest du einige Beispiele für bundesweit aktive Organisationen und Einrichtungen.

Organisationen im Kampf gegen Kinderarmut

https://www.demokratiewebstatt.at/thema/menschen/thema-kinderarmut-und-ausgrenzung/stoppt-kinderarmut
gedruckt am: Mittwoch, 21. Februar 2024