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Weltweit erforschen und (er)leben

Moderne Technik macht es möglich! Wir sind überall erreichbar, können uns US-amerikanische TV-Sendungen ansehen, uns gemeinsam über Kontinente hinweg über Kunst, Kultur und Wissenschaft austauschen und verändern sogar unsere Sprache, manchmal ohne es zu merken.

Ein Kontrollraum voller Monitore
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) arbeitet mit außereuropäischen Weltraumorganisationen zusammen. Ihre Erkenntnisse und Technologien sollen nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt zur Verfügung stehen. Deswegen arbeitet die ESA auch mit außereuropäischen Weltraumorganisationen zusammen.
Die Europäische Organisation für Kernforschung ist ein internationales Forschungszentrum. Tausende Forscher:innen aus der ganzen Welt forschen dort gemeinsam.

Sich weltweit verständigen

Wenn man vor hundert Jahren jemandem in einem anderen Land etwas mitteilen wollte, musste man Geduld haben: Nur wenige Haushalte verfügten über einen eigenen Telefonanschluss und selbst mit einem Telefon konnte man noch nicht über Kontinente hinweg miteinander sprechen. Man musste also entweder eine kurze Nachricht als Telegramm versenden oder einen Brief aufgeben, der mit Bahn oder Schiff um die Welt transportiert wurde. Erst mit dem Flugzeug wurde es möglich, Briefe und Pakete per Luftpost zu versenden und die Lieferzeit damit auf wenige Tage zu verkürzen.

Seit den 1990er Jahren hat sich das Internet als neuer Verständigungsweg durchgesetzt.

Vorteile: Weltweite Vernetzung durch das Internet

Weltweite Vernetzung durch das Internet

Heute kann man Botschaften in Sekundenschnelle übermitteln, sogar von Europa nach Australien! Das Internet ermöglicht einen Austausch von elektronischen Daten zwischen einzelnen Geräten, wie etwa Computer oder Mobiltelefon. So können Texte, Bilder oder Musik von deinem Computer zu jedem anderen internetfähigen Gerät innerhalb weniger Sekunden übertragen werden. Wichtige Internetdienste zur weltweiten Verständigung sind zum Beispiel E-Mails, das World Wide Web, Chats und Internettelefonie.

Über das Internet sind soziale Netzwerke zu neuen Treffpunkten zwischen Menschen weltweit geworden. Hier kann man private Informationen mit Freund:innen teilen oder andere Personen kennenlernen, die gleiche Hobbies und Interessen haben.

Schattenseiten: Gefahren in der virtuellen Welt

Gefahren in der virtuellen Welt

Das Internet und die Sozialen Medien bieten große Chancen, aber enthalten auch Risiken. Die ständige Erreichbarkeit schafft Unruhe. Die Sozialen Medien vermitteln uns, dass andere gerade das „perfekte Leben“ haben, während unser Leben im Vergleich scheinbar „langweilig“ ist. Teilweise werden Freunde im „echten Leben“ sogar durch die vielen virtuellen Kontakte und Freundschaften vernachlässigt.
Auch Beschimpfungen und Beleidigungen erreichen uns jederzeit und verbreiten sich ebenso schnell. Mehr zum Thema Mobbing und HateSpeech
Eine besondere Herausforderung ist darüber hinaus das Thema Datenschutz im Internet.

Nicht zuletzt können sich über die Sozialen Netzwerke Fake News rasend schnell verbreiten

Globale Sprache?

Auch die Sprache hat sich der Globalisierung angepasst. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gilt Englisch als die bedeutendste Weltsprache und wird zur weltweiten Verständigung eingesetzt. In der UNO gelten zusätzlich Arabisch, Chinesisch, Französisch, Russisch und Spanisch als offizielle Amtssprachen.

Vorteile: Gemeinsame Welt-Sprachen

Gemeinsame Welt-Sprachen

Viele Wörter, die wir heute alltäglich verwenden, kommen ursprünglich aus dem Englischen, zum Beispiel „Baby“ oder „Fan“. Die deutsche Sprache hat sich den modernen technischen Entwicklungen mittlerweile so angepasst, dass man sofort versteht, worum es geht, wenn von „googeln“, „updaten“ oder „downloaden“ die Rede ist.

Die Verwendung des Englischen als gemeinsame Sprache erleichtert es sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld, sich international auszutauschen.

Schattenseiten: Verlust der regionalen Sprachen

Verlust der regionalen Sprachen

Die Globalisierung der Sprache bringt nicht nur viele neue Wörter mit sich, sondern verdrängt auch regionale Ausdrücke und Dialekte. Viele österreichische Wörter wie „Paradeiser“, „Kukuruz“ oder „Marille“ sind schon am Verschwinden – weißt du noch, was sie bedeuten?

Altes verschwindet – Neues entsteht

Auch unsere Kultur ist in ständigem Wandel begriffen. Dies ist natürlich nicht nur seit der Globalisierung so, sondern Veränderungen haben von jeher stattgefunden. Die moderne Technologien haben diesen Prozess allerdings deutlich beschleunigt.

Vorteile: Kultureller Austausch

Kultureller Austausch

Durch den Einsatz von Satelliten ist es möglich, Radio- und Fernsehsender überall auf der Erde zu empfangen. So können wir aktuelle Ereignisse mitverfolgen, auch wenn sie tausende Kilometer entfernt stattfinden. Gemeinsam mit dem Internet haben Radio und Fernsehen einen großen Einfluss auf die Entwicklung unserer Kultur. Überleg einmal, woher Musik, Filme und TV-Serien kommen, die dir gefallen! Viele Marken und Modestile haben sich über die ganze Welt verbreitet und prägen nun das Bild einer neuen, globalen Kultur.

Schattenseiten: (Mediale) Dominanz „westlicher“ Kulturen

(Mediale) Dominanz „westlicher“ Kulturen

Über Medien wie Radio, Fernsehen und Internet werden nicht nur Informationen und Unterhaltungsprogramme weltweit übertragen, sondern auch Vorbilder einer beinahe perfekten Lebensweise. Vorstellungen wie „ewig jung“, „makellos schön“ oder „geschäftlich erfolgreich“ prägen unsere Werte, oftmals, ohne dass wir es merken. Durch Filme, TV-Serien, Internetblogs etc. werden Bilder vermittelt, die es so in der Realität gar nicht gibt. Häufig gibt es ein Ungleichgewicht in der Darstellung: Westliche Kulturen sind viel präsenter und dominanter vertreten, und der kulturelle „Austausch“ verläuft nicht gleichberechtigt.

Vom Wohnzimmer in die Welt: Reisen

Globalisierung bedeutet auch, dass die Welt für einzelne Menschen zugänglicher geworden ist. Noch nie war Reisen so billig und einfach wie heute. Unsere Urlaubsziele haben sich in den letzten 50 Jahren immer weiter entfernt, immer mehr Österreicher:innen fahren oder fliegen ins Ausland, verbringen ihre Urlaube in anderen Ländern oder sogar auf anderen Kontinenten. Laut Statistik Austria haben die Österreicher:innen 2020 über sechs Millionen Auslandsreisen unternommen.

Unabhängig von großen Staaten-Zusammenschlüssen gibt es seit den 1920er Jahren die Möglichkeit einer Gemeindepartnerschaft. Dabei schließen sich Städte oder Gemeinden aus unterschiedlichen Ländern zu einer Partnerschaft zusammen, um sich über Interessen, Erfahrungen und Entwicklungen auf allen möglichen Gebieten auszutauschen. Über 900 Gemeinden in Österreich haben eine solche Gemeindepartnerschaft. Was ist die Partnergemeinde/Partnerstadt deiner Gemeinde/Stadt?

Vorteile: Einfaches Reisen

Einfaches Reisen

Vor allem der Ausbau der Verkehrsmittel wie Flugzeuge oder Hochgeschwindigkeitszüge und das Wegfallen von Grenzkontrollen innerhalb Europas haben das Reisen unglaublich erleichtert. Im Internet kann man sich über das Reiseziel informieren und auch gleich online buchen.

Innerhalb der Europäischen Union gilt seit 1995 das Schengener Abkommen. Dadurch benötigt man für Reisen in EU-Länder kein „Visum“ mehr. Ein Visum ist eine offizielle Bestätigung, einreisen zu dürfen. Diese wird in den Reisepass eingetragen.

Durch die Globalisierung ist der Tourismus weltweit zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige geworden. Nicht nur die Wirtschaft und das Entstehen von neuen Handelsbeziehungen kann durch den Tourismus begünstigt werden. Durch den Austausch kann sich auch das internationale Ansehen eines Landes verbessern. Gäste können die Natur und Kultur des Landes verstehen und schätzen lernen.

Schattenseiten: Umweltschäden durch (Massen)Tourismus und globale Kriminalität

Umweltschäden durch (Massen)Tourismus und globale Kriminalität

Auch durch den Massentourismus verändern sich ganze Landstriche der Erde. Verträumte Strände werden zu Hotelanlagen, Wälder werden gerodet und Almen zu Schipisten, die im Sommer nicht mehr genutzt werden können. Außerdem ist die Verschmutzung der Umwelt, die durch den Tourismus entsteht, zu einem ernsten Problem geworden. Beispielsweise trägt der CO2-Ausstoß durch den Flugverkehr massiv zum Klimawandel bei.

Ein trauriges Beispiel für die Umweltbelastungen durch den Tourismus finden wir im Mittelmeer: Die aus dem Boden gestampften Hotels an den Stränden entsorgen den Müll und Abwässer ohne Kläranlagen oft nur in Richtung Meer. Die Folge ist eine Verarmung der Tierwelt in diesem Meeresbereich und das Massenauftreten von Algen oder Quallen. Zusätzlich werden die „unappetitlichen Andenken“ früherer Gäste an den Strand gespült. Deswegen spricht man auch oft von der Kloake Mittelmeer. Und in den großen Ozeanen sammeln sich mittlerweile Müllinseln an, die beinahe so groß sind wie ein ganzer Kontinent.

Die verbesserte Mobilität von Gütern Informationen und Personen bringt auch mit sich, dass sich das Problem „grenzübergreifender“ Kriminalität verschärft.

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gedruckt am: Freitag, 12. April 2024