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  • Ein Neustart – Die Zweite Republik

Der Wiederaufbau

Nachdem der Zweite Weltkrieg 1945 beendet wurde, stand Österreich vor drei großen Herausforderungen:

1. Österreich sollte wiederaufgebaut werden.
Nach dem Krieg waren Bauwerke und Straßen zerstört. Viele Menschen hatten nichts zu essen und ihre Häuser lagen in Trümmern. Es war sehr teuer, alles wieder aufzubauen. Die USA haben Österreich viel Geld für den Wiederaufbau gegeben. Dabei halfen alle zusammen: Männer und vor allem Frauen, Junge und Alte.

2. In Österreich sollte es eine stabile Regierung geben.
Im November 1945 wählten die ÖsterreicherInnen ihre neuen politischen VertreterInnen. Die ÖVP (= Österreichische Volkspartei), die jetzige SPÖ (= Sozialdemokratische Partei) und die KPÖ (= Kommunistische Partei) bildeten eine gemeinsame Regierung. Sie wollten es besser machen als die Regierungen in der Ersten Republik. Deshalb bemühten sie sich, zu kooperieren und nicht zu streiten.

3. Österreich sollte frei und unabhängig werden.
Allerdings durften das Parlament und die Regierung nicht ganz frei entscheiden: Die Alliierten – die vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges (USA, England, Frankreich und die Sowjetunion) – bestimmten vieles mit. Sie haben sich das Land aufgeteilt und zehn Jahren lang besetzt. Ihnen war wichtig, dass Österreich friedlich blieb und selbständig wurde.

Der „Staatsvertrag“

Im Jahr 1955 war es so weit: Der „Staatsvertrag“ wurde unterschrieben und die vier Besatzungsmächte verließen das Land. Damals verkündete der österreichische Außenminister Leopold Figl: „Österreich ist frei!“ Das Land durfte ab sofort völlig selbständig politische Entscheidungen treffen.

Einige wichtige Punkte des Staatsvertrags lauteten:
Österreich muss...

•    ... souverän bleiben und darf sich nicht Deutschland anschließen.
•    … eine demokratische, auf geheime Wahlen gegründete Regierung haben
•    ... nationalsozialistische Organisationen verbieten.
•    ... die Rechte der slowenischen und kroatischen Minderheiten schützen.

Die Neutralität

Bereits während der Verhandlungen zum Staatsvertrag einigte sich Österreich mit der Sowjetunion darauf, eine „immerwährende Neutralität“ auszuüben. Die Erklärung der Neutralität war auch mitentscheidend dafür, dass der Staatsvertrag von den alliierten Staaten unterzeichnet wurde. Diese Neutralität wurde im Bundesverfassungsgesetz am 26. Oktober 1955 beschlossen, daher ist der 26. Oktober der offizielle Nationalfeiertag in Österreich.

Information

In den folgenden 20 Jahren ging es dem Land immer besser: Es wurden Betriebe gegründet und die Wirtschaft konnte wachsen. Viele Menschen waren stolz darauf, ÖsterreicherInnen zu sein. Es entwickelte sich eine neue nationale Identität.

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gedruckt am: Dienstag, 20. August 2019