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Was hat Kunst mit Politik zu tun?

Was Kunst und Politik miteinander zu tun haben, lässt sich nicht immer auf den ersten Blick sofort erkennen. Tatsächlich sind die beiden Bereiche aber sehr eng miteinander verknüpft. 

Kunst kann dekorativ und unterhaltsam sein, aber auch kritisch und provokant. KünstlerInnen möchten durch ihre Kunst etwas ausdrücken. Oftmals gibt es eine Botschaft, die sie mit ihrem Kunstwerk vermitteln wollen: Häufig ist es eine politische Botschaft, oft auch eine Kritik an der Gesellschaft. Manche Kunstwerke lösen sogar internationale Diskussionen oder gar Konflikte aus.

KünstlerInnen sind VordenkerInnen und bilden auch ein Stück der Zukunft ab. Das ist für eine Gesellschaft ganz wichtig, denn es geht darum, auch seine eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen.Deshalb ist Kunst durch die Meinungsfreiheit geschützt, die im Artikel 19 der Allgemeinen Menschenrechte festgeschrieben ist.

Nachgefragt: Was versteht man unter Raubkunst?

Unter Raubkunst versteht man sowohl Kunstwerke, die während der Kolonialzeit geraubt (z.B. aus Afrika) und nach Europa gebracht wurden, als auch Kunstwerke, die während der NS-Zeit beschlagnahmt, verkauft und zerstört wurden („entartete Kunst“). In beiden Fällen gibt es heute Bemühungen, die Kunstwerke an die Staaten, aus denen die Kunst geraubt wurde, bzw. an die ursprünglichen BesitzerInnen wieder zurückzugeben. Man spricht von Restitution.

Deutsche Truppen mit einem beschlagnahmten Gemälde im Jahr 1944 in Rom. © Bundesarchiv / Wikipedia CC BY SA 3.0
Bronze-Kopf der Königin Idia aus dem 16. Jahrhundert, ausgestellt in einem Museum in Berlin. © Bin im Garten / Wikipedia / CC BY SA 3.0

„Freiheit der Kunst“ im Verfassungsrang

Es ist eine Aufgabe der PolitikKunst nicht nur zuzulassen, sondern auch zu unterstützen. Ein wichtiger Schritt erfolgte 1982, als die „Freiheit der Kunst“ in die österreichische Verfassung aufgenommen wurde. Bis dahin war es immer wieder vorgekommen, dass KünstlerInnen in Österreich wegen ihrer Aktionen angezeigt und zu Strafen verurteilt wurden. Durch die Aufnahme in die Verfassung erhielt die Freiheit der Kunst einen höheren Stellenwert – auch vor Gericht, wo Strafen gegen KünstlerInnen aufgrund der „Freiheit der Kunst“ oftmals wieder aufgehoben werden. Dennoch stößt die künstlerische Freiheit auch immer wieder an rechtliche Grenzen, zum Beispiel wenn Kunst als „pornografisch“, „rassistisch“ oder „verhetzend“ interpretiert wird.

Situation der künstlerischen Freiheiten weltweit

Im internationalen Vergleich genießen Künstlerinnen und Künstler in Österreich aber große Freiheiten. Die Menschenrechtsorganisation „Freemuse“ dokumentiert jedes Jahr, wie frei KünstlerInnen weltweit arbeiten können. Im Jahr 2020 wurden mehr KünstlerInnen als je zuvor aufgrund ihrer Arbeit verfolgt, gefangen genommen oder sogar getötet. Oftmals wurden KünstlerInnen inhaftiert, weil sie Kritik an den politischen Zuständen äußerten, vor allem in Nordafrika sowie im Mittleren Osten. 

Kultureller Reichtum und Förderung der Kunst und Kultur

In Österreich ist auf Bundesebene das Bundesministerium für Kunst und Kultur, öffentlicher Dienst und Sport für den Bereich „Kunst und Kultur“ zuständig. Zu den wesentlichen Aufgaben des Ministeriums gehört es, den kulturellen Reichtum zu erhalten, die zeitgenössische Kunst und Kultur zu fördern und zu vermitteln.

Wenn es darum geht, den kulturellen Reichtum zu erhalten, denkst du vielleicht an die vielen Kunstwerke, die man in den österreichischen Museen und Galerien betrachten kann. Oder an Theater- und Opernhäuser. Das stimmt, aber es gehört noch mehr dazu, zum Beispiel Architektur und Denkmalschutz. Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass ein Haus unter Denkmalschutz steht?Das bedeutet, dass man das Haus nicht abreißen oder zu stark verändern darf, damit es in seiner ursprünglichen Pracht erhalten bleibt.

Neben der Erhaltung von Museen und Gebäuden gehören auch die Förderung von anderen Bereichen der Kunst und Kultur zu den Aufgaben des Bundesministeriums, zum Beispiel die Förderung der Literatur, des Films, der bildenden und darstellenden Künste oder der Fotografie. 

Das Symbol der Haager Konvention steht für ein denkmalgeschütztes Objekt. © Jochen Riedling / Wikipedia / CC BY SA 4.0
Eine Kulisse des „Theaters im Park“ in Wien. © Markus Wache

Menschen für Kunst und Kultur begeistern 

Die Vermittlung von Kunst und Kultur fängt schon in der Schule an: Du hast so die Möglichkeit, dich mit Kunst zu beschäftigen und schon früh zu entdecken, ob du selbst künstlerisch aktiv sein möchtest. Diejenigen, die nach ihrer Schulzeit noch mehr über Kunst erfahren wollen, können auch Kunst studieren. Die Kunstuniversitäten in Österreich sind über die Ländergrenzen hinweg sehr bekannt. 

Natürlich ist es auch wichtig, alle anderen Menschen in Österreich über Kunst und Kultur zu informieren und dafür zu begeistern. Das nennt man Kulturvermittlung. Deshalb gibt es immer wieder tolle Aktionen, die einen Besuch im Museum oder Theater spannend machen, zum Beispiel die „Lange Nacht der Museen“ oder das „Theater im Park“. Mehr über digitale Formen der Kunstvermittlung erfährst du im Kapitel „Andere Formen der Kunst(vermittlung)“.

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gedruckt am: Montag, 21. Juni 2021